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3. de:kolonial film and discussion evening

„´White Saviours´ in Action? A critical gaze on international voluntary services” When and Where: September 1th, 2019, 6 pm, Filmrauschpalast Moabit, Lehrter Straße 35, 10557 Berlin The third de:colonial film and discussion evening will focus on "International Volunteer Services - White Saviors in Action" and will take a critical but constructive view on international volunteer services with a special focus on the MENA region. Self-criticism should also be practiced and constructively elaborated. Many European students and young people engage in voluntary work in countries of the Global South, including MENA region, and have their placements arranged by mediating organisations. For some time now, voluntary work in Europe has also been offered to young people from countries of the Global South. But to what extent can those stays also be harmful? The film H.O.P.E Was Here: Wealthy college students from Boston embark on a week-long voluntary service. With good will, the students travel to the slums of Lima, Peru and try to “help”. The trip is a point of controversy for socially conscious millennials. In their attempts to teach English and work with children with disabilities, students have to face the reality of their work and ask themselves whether they really can implement any positive changes. A new interpretation of a classic moral dilemma. H.O.P.E. Was Here deals with the interface between privilege and poverty by asking what it really means to “help” other people. We are glad to introduce the experts on the podium: Annette Chammas, BMZ (Federal Ministry for Economic Cooperation and Development), Head of the Department "Civic Commitment, Global Warming and Global Engagement"Camila Ardila Oviedo, student of social and cultural anthropology at Freie Universität Berlin and activist in the Colombian campaign Berlin. She has been living in Germany for 10 years and tries not to be “Germanized”. In addition, she´s been visiting Brazil for a research stay in the course of the ASA Program (Voluntary Service) in 2013 and 2017. Her main focuses are development aid criticism, human rights, gender, and environmental anthropologyCaroline Bunge is 14,4km e.V. vice-chairwoman. and since 2014. . She studied South and Central Asian Studies at Humboldt-Universität zu Berlin. Among other things she is coordinates the 14km internship program in Morocco. In 2014, she worked for several months as a volunteer for a women's organisation in Agadir Lehna near Tata/ South Morocco. Since 2017 she has also been a team assistant at the Tracing Service Control Centre in the DRK General Secretary Khaoula Behi has been working aboubt Tunisian civil society since 2012 and develops specific knowledge about civil society modelling and social entrepreneurship. As an innovation expert and researcher, she works on various projects with various non-profit organisations and initiatives in the MENA region. Her work on implementing innovation systems focuses on co-creation and bottom-up innovation to enable social transformation, with a focus on strengthening local communities and sustainability. She is also co-founder of El Space, the Tunisian social innovation hub, and innovation manager of coinsence.org, a digital platform that enables entrepreneurs and civil society to service and exchange moneyMaissa Lihedheb (14.4 km e.V. project coordinator and initiator of Classic Minority and scriptwriter) will moderate the event. Sponsored by


„Um dem Leben einen Sinn zu geben, braucht man das Recht sich frei bewegen zu dürfen!“ –

Beim zweiten de:kolonial Film- und Diskussionsabend am 14. August ging es um Migration und Flucht zwischen der EU und Nordafrika sowie dem Mittleren Osten. Ausgehend von Leïla Saadnas Film "Hinter dem Meer" diskutierten Dr. Olaf Tietje, Mariana Karkoutly sowie die Regisseurin selbst über Gründe für ein Verlassen der Heimat und für eine Rückkehr. Die Podiumsteilnehmer*innen in der Diskussion, von links nach rechts: Regisseurin Leïla Saadna, Moderatorin Julia Baumann, Soziologe Dr. Olaf Tietje und Mariana Karkoutly vom Kollektiv Polylog; Foto: Susanne Kappe. Ich hoffe darauf ein Vogel zu werden, um über die Häuser zu fliegen… Oh, liebste Mutter, das Exil betrübt mich! Ich hoffe darauf ein Mond zu werden, um über den Wolken zu fliegen… Seine Liebsten sehen, sie ihren Schmerz vergessen lassen. Oh, liebste Mutter! Das Exil tötet mich“, singt Nadia Ammour auf Tamaziɣt, der Sprache der Berber in „Hinter dem Meer (Originaltitel مور البحر (Mor Lebhar), 2017). Sie singt vom Schmerz der Sehnsucht und der Einsamkeit, vom Vermissen und von der Liebe zu den Zurückgelassenen. Enttäuschte Träume Leïla Saadna erforscht in ihrem Film genau diese Gefühle weiter und erzählt die Geschichten von vier Protagonist*innen, von ihrem Weg nach Europa, ihrer Suche nach Freiheit und Würde, ihren Erfahrungen, von Enttäuschung und Not angesichts der erbarmungslosen Einwanderungsgesetze. „Menschen, die migrieren haben meist zunächst ein sehr idealistisches Bild von Europa, als einen Platz des Friedens, an dem sie arbeiten können und gut leben können – ich fand es sehr interessant, auch einmal diese Seite zu zeigen: Von Menschen zu erzählen, die sich mit diesem Bild bereits selbst auseinandergesetzt haben und enttäuscht wurden“, so Saadna über ihr Werk. Knackpunkt sei, so die Regisseurin udn bildenen Künstlerin aus Algier, dass Algerien, das Herkunftsland aller Protagonist*innen nur ein sehr entbehrungsreiches Leben bieten könne: „Menschen wollen Unabhängigkeit“, erklärt sie angelehnt an das Motto der algerischen Proteste der letzten Monate weiter „und, um dem Leben einen Sinn zu geben, braucht man das Recht, sich frei bewegen zu dürfen!“ Die Motivation überhaupt nach Europa zu migrieren, stellt auch Dr. Olaf Tietje fest, liege selten ausschließlich in wirtschaftlichen Gründen oder an sogenannten „push-“ und „pull-“ Faktoren. Es gehe doch mehr um ein „Leben in Würde und Respekt“ und die Erfüllung von Zukunftswünschen und Träumen, so der Soziologe und wissenschaftliche Mitarbeiter der Universität Kassel. Die Bezeichnung „Wirtschaftsmigrant*innen“, die eine rein wirtschaftliche Verbesserung der Lebensumstände suchten, sei deshalb - so waren sich alle Podiumsteilnehmer*innen einig - wesentlich zu kurz gedacht. Ganz im Gegenteil stellt Tietje fest, würden Menschen nach der Migration häufig noch viel schlechtere Verhältnisse als in ihrem Heimatland vorfinden: „Die Menschen, mit denen ich gearbeitet habe, haben auch in Spanien, also in Europa, nicht dieses respektvolle, menschenwürdige Leben gefunden, von dem sie einst träumten. Gerade in Südspanien vor dem Hintergrund der Entwicklungen nach der Finanzkrise 2008 und den Folgejahren etwa werden Migrant*innen wesentlich schlechter bezahlt als in ihren Heimatländern. Wir sprechen hier von etwa vier Euro in der Stunde bei einer sieben Tage Woche und einem 12-Stunden-Tag. Viele arbeiten in staatlich verordneter Illegalität, viele haben keine Chance auf Papiere. Diese Situation führt natürlich dazu, dass die Menschen auf der Suche nach einem echten Leben weiterwandern, etwa nach Deutschland. Die meisten jedoch, mit denen ich gesprochen habe, wollten wieder zurück“. Das sexualisierte migrantische Selbst im Spiegel einer politischen Doppelmoral In ihrer politischen Analyse kritisiert Regisseurin Saadna dann vor allem eine starke Doppelmoral im Auftreten der deutschen Bundesregierung in Nordafrika: „Wir wissen doch, dass sie Interesse an unserem Gas und unserem Öl und im Waffenhandel dort haben!“ Die „Afrika-Reise” der Bundeskanzlerin 2018, in der sie auch Algerien besuchte, sieht sie kritisch. Auf der einen Seite hätte man viele nordafrikanische Länder als sogenannte „sichere Herkunftsstaaten“ deklariert, auf der anderen Seite würden Menschenrechtsverletzungen angemahnt. „Wir hatten zwanzig Jahre Diktatur – immer mit der Unterstützung von Europa“, prangert sie an. Gleichzeitig würden Deals mit korrupten und diktatorischen Regierungen geschlossen, die die migrierenden Algerier*innen an der Ausreise nach Europa hindern sollten. Mit Blick auf die deutsche Gesellschaft merkt die Regisseurin an, dass nordafrikanische Migrant*innen stilisiert würden zu “Nafri-Kriminellen”, "Machos mit dem Potenzial zur andauernden sexuellen Belästigung der weißen Frau". Dies sei aber nichts Neues und etwa auch schon in den 1990er Jahren in Deutschland abzulesen gewesen, so die Künstlerin. Der größte Teil der „Willkommenskultur“ in Deutschland bestehe auch heute aus Ehrenamtlichen, stimmt der Soziologe Tietje zu: „Wir sprechen hier nicht vom Staat und auch nicht von der ganzen deutschen Gesellschaft!“ Im Vergleich zu den letzten Jahrzehnten habe sich damit nicht viel getan, das sehe man etwa auch an Wortwahl und den vorherrschenden Diskursformen. Gerade im Bezug zu Gender profitiere man hier meist von einer vorurteilsbelasteten Grenzziehung einer normativen Dualität: „Wir sprechen über sie und nicht über uns. Ich denke aber, die deutsche Gesellschaft ist genauso sexistisch wie jede andere Gesellschaft. Migrantische Frauen werden jedoch häufig generell als „Opfer“ viktimisiert und migrantische Männer generell als Täter deklariert – dies ist auch nur ein anderer Versuch, migrantische Praxen zu regeln und einzuschränken“. Gleichzeitig jedoch betont die Aktivistin Mariana Karkoutly vom Kollektiv Poylog und Adopt a Revolution, die selbst aus Syrien nach Deutschland kam, unter Zustimmung des Podiums, gebe es durchaus Erfahrungen zwischen Flucht und Ankommen, die explizit „weiblich“ oder „männlich“ seien. Die Regisseurin Saadna fügt an, dass Migration an sich in einer Gesellschaft mit einer hochgradig genderabhängigen Rollenverteilung, wie etwa in Algerien, oft Männer-Sache bliebe: „Es ist das, was ich „die andere Seite des Exils“ genannt habe und was oft im Verborgenen bleibt“, sagt sie. Ganz im Sinne Tietjes betont sie weiter, sehe man etwa sehr gut am Beispiel der „Kölner Silvesternacht 2015“, wie solche Ereignisse politisch genutzt würden, um restriktive und migrationseinschränkende Maßnahmen zu legitimieren. Sehr spannend sei, fügt sie an, dass „der männliche Migrant“ in Europa oft in Verbindung mit einer extremen Sexualisierung abwertend betrachtet würde. Von Ankommen und Bleiben in einer Gesellschaft der Verurteilung Karkoutly, Teil des Kollektiv Polylog, sieht gerade deshalb im Umgang mit den Migrant*innen eines der größtes Probleme. In den Heimen, so erzählt sie, lebten nicht nur Menschen mit sehr unterschiedlichen Motivationen und Hintergründen zusammen, sondern die deutsche Migrationspolitik und die sehr unterschiedliche Privilegien- und Statusverteilung führe automatisch zu einer Hierarchisierung von Geflüchteten innerhalb der eigenen Gruppe. Dadurch werde das Bild des „guten“ und des „schlechten“ Flüchtlings erst kreiert. Selbst wenn man eine Chance zu bleiben und einen Aufenthaltstitel erhalte, die Sprache erlernt und eine Arbeit gefunden habe, sei dies immer zeitlich begrenzt auf ein paar Jahre: Die Angst zurückgehen zu müssen, abgeschoben zu werden aber bleibt. Man müsse bei der Diskussion bedenken, wie solche Strukturen, wie etwa die Festung Europa entstünden, pflichtet Tietje bei. Flüchtlingslager in Deutschland seien etwa oft weit ab in der Peripherie und an Stadträndern gelegen. In den Lagern selbst gäbe es große Unterschiede. Viele Menschen dort könnten die Heime etwa aufgrund von mangelnder Infrastruktur nicht verlassen, manche hätten nicht einmal Zugang zu einer adäquaten Rechtsberatung. Man müsse sich bewusstwerden, dass diese Zustände inmitten von Europa, inmitten von Deutschland existierten. Welche Auswirkung dieser Zustand auf Geflüchtete und ihren Alltag haben kann, zeigte etwa auch die Foto-Ausstellung „Gefangene einer verlorenen Zeit“, die ebenfalls während des Abends zu sehen war. Die von Geflüchteten selbst aufgenommenen Bilder zeigten deutlich die Lebensumstände und Herausforderungen, denen sie sich gerade auch im ländlichen Raum abseits gesellschaftlicher Teilhabe zu stellen haben: Etwa dem Leben im Heim auf dem Land mit schlechter Anbindung, in engen Mehrbettzimmern ohne Internet oder Funkempfang, den oftmals langen Wartezeiten in einem unübersichtlichen und häufig unfairen Asylverfahren sowie dem stark fremdbestimmend strukturierten Alltag in den Unterkünften. Diesen Zustand des ewigen Wartens in einer Zwischenwelt beschrieben viele der Geflüchteten der Initiatorin Julia Baumann als „gefangen sein in einer verlorenen Zeit“. Ein „Ankommen“ werde durch diese Politik fast unmöglich gemacht so Karkoutly; ein Sprachkurs oder eine Arbeitsstelle reiche dafür auf keinen Fall aus – wesentlich wichtiger sei es jedoch in einem Land Zukunftsperspektiven zu haben. Vor allem der Begriff der Integration sei hier kritisch zu beleuchten, ist sich das Podium auf Nachfrage aus dem Publikum einig: Hinter dem Konzept stecke doch, so Karkoutly, die Idee, dass alle Menschen in Deutschland gleich seien und nun eine Gruppe neuankommende Andersartige integriert werden müssten. „Aber so ist es natürlich nicht – die Menschen, die hier leben und die Menschen die kommen sind alle sehr unterschiedliche auf einem individuellen Level“, so die Aktivistin. Für sie sei Integration deshalb ein „verfluchtes Wort“ so führt Saadna weiter aus: „Es ist die Aufgabe des Staates nicht der Menschen, das zu machen. Ich würde es gerne durch Partizipation ersetzen.“ „Die meiste Zeit sprechen wir in Deutschland nicht über Integration, sondern über Assimilation“, so pflichtet auch Tietje seinen Vorrednerinnen bei. Hier entschieden viele Menschen über das Schicksal anderer, die kaum Möglichkeiten zur Partizipation in der Gesellschaft hätten. Gerade das Recht zu wählen sei hier essenziell, so die einstimmige Meinung im Podium. Diese sehr frustrierende Situation sei jedoch keinesfalls auf Ewigkeiten festgeschrieben betont Karkoutly die Handlungsmacht des Einzelnen: „Wenn wir gemeinsam aufstehen und Nein zu dem sagen, was hier gerade passiert, können wir etwas bewirken – aber wir müssen es zusammen tun!“ Es diskutierten am 14. August 2019 im Aquarium am Südblock: Leïla Saadna, Regisseurin und Video-Künstlerin aus Algier; Dr. Olaf Tietje, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im BMBF-Verbundprojekt „Willkommenskultur und Demokratie in Deutschland“ der Universität Kassel; Mariana Karkoutly, Mitglied des Kollektiv Polylogs und Projektkoordinatorin bei „Adopt a Revolution“ unter der Moderation von Julia Baumann. Diskussion unter Einbeziehung des zahlreichen Publikums im Aquarium am Südblock während des 2. 14km de:kolonial Film- und Diskussionsabends; Foto: Susanne Kappe. Alle hier vorliegenden direkten und indirekten Zitate wurden von der Autorin vom Englischen ins Deutsche übersetzt und sinngemäß gekürzt. Der Film- und Diskussionsabend der Reihe 14km de:kolonial wurde gefördert von:


2. de:kolonial film and discussion evening

Power Inequality and Resistance in Migration and Security Policy between EU and MENA Region  Where and when: August 14th, 2019, 7 pm, Aquarium am Südblock (U Kottbusser Tor, Skalitzer Str. 6, 10999 Berlin) Screening Behind the sea“ (2017; Leïla Saadna) (OmU Arabic with german/english subtitles)Exhibition „Captives of a lost time“ – Photo-Voice Project with Germans and Refugees in Berlin and BrandenburgPaneldiscussion with public participation with Leïla Saadna, Dr. Olaf Tietje and Mariana Karkoutly (an english translation will be provided). In the second de:kolonial film and discussion w would like to investigate the following questions: How does European immigration and refugee policy affect the MENA countries and migrants living here, and how do they deal with it? Against the background of European migration and security policy towards the MENA region, repatriation agreements, remittances and the definition of safe countries of origin, the discussion will focus on the situation of migrant (wo)men in Europe. How are neo-colonial power relations reflected in European migration and security policy? What consequences does this have for migrants and how do they deal with them? What forms of resistance, alternative perspectives and political approaches are possible? Scenes from Behind the Sea The film "Behind the Sea" portrays four Algerians who have returned to their homeland or have been deported, and addresses both the lives of migrant (wo)men in Germany and France and their reasons to migrate. The photo-exhibition "Captives of a Lost Time" traces similarities and differences in the everyday experience of refugees and new arrived as well as old-established people in Berlin and Brandenburg. In the panel discussion, the following experts will share their opinion: Leïla Saadna, Director and video artist from Algier; Studied fine arts in Paris; documentary film projects worldwideDr. Olaf Tietje (University of Kassel), Research assistant in the BMBF joint project "Welcome Culture and Democracy in Germany" - Department of Sociology of DiversityMariana Karkoutly (Kollektiv Polylog/Adopt a Revolution), Co-author of the book "Das ist meine Geschichte" (Unrast Verlag 2019), collaboration at ECCHR (European centre for constitutional and human rights) and project coordinator at "Adopt a Revolution"Moderation: Julia Baumann (Projectcoordination 14,4 km e.V., Social and Cultural Anthropologist and Initiator of „Capitves of a Lost Time”) Sponsored by:


Was ist eigentlich gefährlicher Rassismus?

Bericht zum 1. de:kolonial Film-und Diskussionsabend

Am 10. Juli fand unser erster de:kolonial Film- und Diskussionsabend zum Thema "White Supremacy" und strukturellem Rassismus in Deutschland statt. Der Abend bot eine lehrreiche und unterhaltsame Diskussion und die Gelegenheit, das eigene Bewusstsein für Machtungleichheit, Privilegien und versteckten Rassismen zu schärfen. Zu Gast waren die Expert*innen Musa Okwanga (Autor, Journalist und Musiker), Mo Maureen (Veranstalterin, Musik Consultant und Gruenderin von Songversation) und Tahir Della (Vorstand der ISD und Aktivist). Zum Einstieg zeigten wir den Film Afro.Deutschland (2017) der Regisseurinnen Jana Parageis, Susanne Lenz-Gleißner und Adama Ulrich. Der Film thematisiert den Rassismus, den Schwarze Menschen in Deutschland erleben – Schwarze Deutsche sprechen von ihren Lebensrealitäten mit Ausgrenzung und Diskriminierung. Die Referent*innen teilten eigene Erfahrungen, die sie mit Rassismus gemacht haben, mit dem Publikum und gingen auf Unterschiede zwischen England und Deutschland in diesem Bereich ein. Vor allem wurde es unterhaltsam, als sich die Referent*innen darüber austauschten, wie sie persönlich mit rassistischen Vorfällen umgehen. Of course he wouldn’t dare to say it’s because I’m black, so I asked him why we dont ask other people for drugs together Musa Okwanga "Several times I randomly got asked if I had drugs", erzählte Musa Okwanga. "This one time I asked the guy why he would think I had drugs. Of course he wouldn’t dare to say it’s because I’m black, so I asked him why we dont ask other people for drugs together . So I shouted 'Hey anyone here got drugs for this person?'”. Das Podium mit Referent*innen Musa Okwanga, Mo Maureen, Tahir Della und Moderatorin Maissa Lihedheb (2. v. li.) Der Schlüsselsatz des Abends war: Der gefährliche Rassismus - das sind nicht nur die Menschen, die rassistische Äußerungen von sich geben. Das sind auch die, die nichts Rassistisches sagen, aber rassistisch handeln. So kritisierte Tahir Della etwa das Humboldt Forum, das Millionen für die Renovierung zahle, um “Schätze” aus der deutschen Kolonialzeit zu präsentieren, anstatt das Geld bei denjenigen zu investieren, denen diese gestohlenen sogenannten “Schätze” in Wirklichkeit gehörten. Der Abend war der erste in unserer de:kolonial Film- und Diskussionsreihe, in deren Rahmen noch bis November monatlich Veranstaltungen stattfinden (einen Überblick über alle Termine gibt es hier). Die weiteren Abende beschäftigen sich mit den Beziehungen zwischen Europa und der Region des Mittleren Ostens und Nordafrika und behandeln Machtungleichheit und Widerstand in Migrations- und Sicherheitspolitik, White Saviourism sowie Neokolonialismus in den internationalen Wirtschaftsbeziehungen . Die Veranstaltungsreihe wird gefördert durch:


Invitation to 14km de:kolonial film and discussion series kick-off event

First de:kolonial Film and Discussion Evening: Racism in Germany When and Where: Wednesday, July 10th, 2019, 6:30 pm, Filmrauschpalast Moabit, Lehrter Straße 35, 10557 Berlin In our first 14 km de:kolonial series evening we will focus on Germany as a country of immigration, it´s history of colonialization and if and how nowadays society is shaped by it.   We will begin with a screening of “Afro.Deutschland” (2017) by Jana Pareigis, journalist and TV moderator. The film deals with black people´s experiences of racism in Germany - black Germans speak of their exclusionary and discriminatory everyday life. In the subsequent panel discussion, we are happy to collaborate with the speakers Tahir Della (Initiative Schwarze Menschen in Deutschland e.V., glokal e.V.), Anna Dushime (journalist, podcast Hart Unfair) and Musa Okwanga (journalist for The Guardian), who will explain to us their own experiences of racism in Germany. We very much encourage the audience to participate in the  further discussion and elaborate structural forms of racism in Germany and their connection with a sructural belief in "White Supremacy", intersectional discrimination and the current (anti)racist discourse. We would also like to find individual possibilities to act against racism and discrimination. The discussion will be held in German and English. With special thanks to: Sponsored by:


Projektkoordinator*in gesucht: Film- und Diskussionsreihe “14km de:kolonial”

Projektkoordinator*in Film- und Diskussionsreihe "14km de:kolonial"

Wir suchen vom 17.06.2019 bis 31.12.2019 (6,5 Monate) für unsere Film- und Diskussionsreihe “14km de:kolonial” eine/n Projektkoordinator*in auf Honorarbasis. 14,4km e.V. ist ein gemeinnütziger Verein, der Kooperation und Austausch zwischen Europa und Nordafrika/dem Nahen Osten (MENA-Region) fördert, Wissen über die MENA-Region vermittelt und Menschen aus beiden Regionen zusammenbringt. Die Film- und Diskussionsreihe “14km de:kolonial” thematisiert das Verhältnis zwischen Europa und MENA aus postkolonialistischer Perspektive. Hierzu werden ausgewählte Aspekte der politischen und wirtschaftlichen Beziehungen kritisch beleuchtet und problematisiert, um den Nachwirkungen und dem Fortbestand kolonialistischer Strukturen und Denkweisen in diesen Beziehungen nachzuspüren. Dafür suchen wir eine/n Projektkoordinator*in auf Honorarbasis. Aufgabenbeschreibung Vorbereitung, Organisation und Koordination von 4 Abendveranstaltungen (Filmvorführung mit Diskussion)Konzeption, Durchführung und Dokumentation von 4 Expert*inneninterviewsVerfassen einer Handreichung für Freiwilligendienste auf Basis einer Abendveranstaltung Konzeption und Umsetzung der Öffentlichkeitsarbeit für das ProjektDokumentation der Projektergebnisse auf unserer WebseiteAbrechnung des Projekts und Erstellung der Abschlussberichte an die GeldgeberOptional: Bei entsprechender Eignung kann auch die Moderation der 4 Veranstaltungen von der Projektkoordination übernommen werden; diese wird separat vergütet. Die Tätigkeiten erfolgen in Absprache mit und mit inhaltlicher Unterstützung durch den Vereinsvorstand. Voraussetzungen Erfahrung in Projektmanagement und VeranstaltungsorganisationKenntnisse zu Konzepten wie Postkolonialismus, Neokolonialismus, Critical Whiteness, Rassismus, White SaviourismRegionalkenntnisse zur MENA-Region und/oder AfrikaGewissenhaftigkeit, VerlässlichkeitSehr gute EnglischkenntnisseKontakte zu kritischen NROs, Forschungseinrichtungen und anderen Institutionen sind von Vorteilggf. Moderationserfahrung (s.o.) Die Vergütung  aus Projektfördermitteln erfolgt auf Honorarbasis, geplant sind durchschnittlich ca. 40h/Monat zu einem Stundenlohn von 13,75 €. Arbeitsort ist Berlin. Wir freuen uns besonders über die Bewerbung von Menschen mit internationaler Geschichte und von Menschen mit Behinderung. Bitte richtet eure Bewerbung bis zum 02.06.2019 an info@14km.org.


1. Calligraffiti – Workshop

  Am Samstag, 2. September 2017 hatten wir, das Team von 14,4km e.V.  unseren ersten Calligraffiti-Workshop. Unter dem Motto „Calligraffitti meets Jute“ ging es nach einer kurzen theoretischen Einführung in die Welt der islamischen Kalligraphie auch schon los mit den Entwürfen. Zunächst wurden die Ideen für Mottos oder Sprichwörter skizziert und dann auf eine Schablone übertragen. Im nächsten Schritt ging es dann daran, die Entwürfe mit Spray oder Pinsel auf die Jute-Beutel zu bringen. Seht hier ein paar Eindrücke von den tollen Ergebnissen, die dabei entstanden sind.   Vielen Dank an alle TeilnehmerInnen für den gelungenen Workshop. Beim nächsten Mal wollen wir neben Jute auch mit anderen Textilien arbeiten. Seid kreativ und bringt eure eigenen Materialien, wie z.B. T-Shirts mit! Nächster Workshop: Samstag, 18. November von 11:00 – 16:30 Ort: Thoughtworks, Mülhauser Str. 6, 10405 Berlin Unkostenbeitrag für Material (Farbe, Stoffbeutel): 5 Euro Anmeldung: Begrenzte Platzanzahl. Bitte unter info@14km.org anmelden. Wir werden um ca. 13 Uhr eine Mittagspause machen. Kinder/ Jugendliche ab 12 Jahren können mitmachen.


‘CALLIGRAFFITI MEETS JUTE’

Wir, das Team von 14,4km e.V. i.G., möchten euch herzlich zu einem Anfänger-Kurs für Arabische Kalligraphie einladen. Dabei wollen wir einige coole Designs gemeinsam gestalten und sie auf einem Jutebeutel anbringen. Zu Beginn wird es eine Einführung in die Arabische Schrift und einige Impulse zu Sprichwörtern, Mottos und Zitaten geben und wie man diese kalligraphisch gestalten kann. Wir werden dann Schablonen ausschneiden und damit das Motiv mit Spray auf den Beuteln anbringen. Seid kreativ und bringt eigene Ideen mit! Wir freuen uns und sind gespannt - los geht's!               Datum: Samstag, 2. September von 11:00 - 16:30 Ort: Thoughtworks, Mülhauser Str. 6, 10405 Berlin Unkostenbeitrag für Material (Farbe, Stoffbeutel): 5 Euro Anmeldung: Begrenzte Platzanzahl. Bitte unter info@14km.org anmelden. Wir werden um ca. 13 Uhr eine Mittagspause machen. Kinder/ Jugendliche ab 12 Jahren können mitmachen.


‚YALLA – Let‘s get together‘ – Dritter MENA-Netzwerkabend

Am 16.06.2017 hatte das Team von 14,4km e.V. i.G. zum dritten MENA-Netzwerkabend ins Café Isotop in Berlin Tiergarten geladen. Der Verein 14,4km befindet sich in Gründung und möchte die bisherige Arbeit von 14km e.V. fortsetzen. So sollte auch bei diesem Netzwerktreffen eine Plattform geboten werden, um Menschen, die sich hauptberuflich oder ehrenamtlich mit der Region Nordafrika/ Naher Osten beschäftigen, zum Austausch zusammenzubringen. Angemeldet hatten sich neben zahlreichen Einzelpersonen Vertreter/innen folgender Organisationen: Almanassa, Enpact e.V., DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V., Freie Universität Berlin, Freiwilligendienst kulturweit, Deutsche Schreberjugend, MENA Abteilung von Human Rights Watch, Euro-Mediterranean-Arab Association (EMA) e.V., moveGLOBAL e.V. - Berliner Verband für migrantisch-diasporische Organisationen in der Einen-Welt, Deutsch-Arabisches Zentrum für Bildung und Integration (DAZ), MitOst e.V., Robert Bosch Stiftung, Schoolclash e.V. und ZMO – Zentrum Moderner Orient.   Nachdem Sarah Müller und Caroline Bunge von 14,4km die Gäste in Empfang genommen hatten, gab es auch an diesem Abend wieder die Gelegenheit, sich in entspannter Atmosphäre kennenzulernen, um Kooperationen anzubahnen und Ideen zu diskutieren. Schmackhaft begleitet wurde die Veranstaltung mit einem Buffet aus leckeren orientalischen Spezialitäten, durch welches die Besitzerin des Isotop Mahnaz Siavashi den Anwesenden die MENA-Region auch kulinarisch näher brachte.   Wir von 14,4km freuen uns, dass unsere Gäste einen inspirierenden Abend mit interessanten Gesprächen hatten und bedanken uns ganz herzlich bei allen für ihr Kommen. Bis bald zu einem nächsten 14,4km-MENA-Netzwerkabend!   Organisation (14,4km): Sarah Isabel Müller, Djamila Kadi, Caroline Bunge, Johanna Kechout; Fotografie (14,4km): Caroline Bunge Vielen Dank an das Team vom ‚Isotop‘ für die freundliche Unterstützung!      


Der algerische Bürgerkrieg

14km Film- und Diskussionsabend

Yema (Algerien/Frankreich, 2012, OmeU, 90 min) von Djamila Sahraoui am Mittwoch, 16.11.2016, 18:30 Uhr (Filmstart 19:00 Uhr), im Filmrauschpalast in der Kulturfabrik Moabit, Lehrter Str. 35, 10557 Berlin Moabit 14km e.V. präsentiert den fünften Filmabend der 14km Film und Diskussionsreihe 2016.     Ein entlegenes kleines Haus in den Bergen Algeriens. Dieverzweifelte Ouardia, gespielt von der Regisseurin Djamila Sahraoui, begräbt ihren Sohn Tarik, der Soldat in der algerischen Armee war. Sie macht dessen Bruder Ali, den Anführer einer islamistischen Gruppierung, für Tariks Tod verantwortlich. Ali hat einen seiner Männer geschickt, um Ouardia zu bewachen. Diese pflegt hingebungsvoll ihren Garten, um diesen erblühen zu lassen. Der Film zeigt, welches Leid, welche Risse und Traumata der Bürgerkrieg in vielen algerischen Familien hinterlassen hat. Über Algerien hört man nur wenig in der deutschen Medienberichterstattung. Zuletzt geriet Algerien nach den Ereignissen der Silvesternacht in Köln in den Fokus der deutschen Aufmerksamkeit - unter den Stichwörtern "kriminelle junger Männer", "sicheres Herkunftsland" und "Abschiebungen". Dieser stereotypen Betrachtung möchten wir eine differenzierte Auseinandersetzung entgegensetzen. Deshalb nehmen wir mit dem Film "Yema" den algerischen Bürgerkrieg in den Fokus und stellen Fragen nach der historischen und aktuellen Entwicklung des Landes. Was passierte in Algerien während des Arabischen Frühlings? Wie ist die politische und soziale Lage heute? Was treibt die Menschen auf dem gefährlichen Weg übers Mittelmeer nach Europa? Im Anschluss an den Film wird es eine moderierte Publikumsdiskussion mit Expert*innen zu diesen Themen geben. Der Eintritt ist frei, um eine freiwillige Spende wird gebeten. Veranstaltungsort ist der Filmrauschpalast in der Kulturfabrik in Berlin Moabit statt (Lehrter Straße 35, 10557 Berlin).


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