Sprachen lehren, Welten eröffnen

Zwischenbericht von Felix bei Social Voluntary Services in Casablanca

22. November 2015

„Good morning Feliiiiix“ – sobald ich es 20-mal gehört habe, weiß ich mit Sicherheit, dass mein Arbeitstag nun startet.  Um 08:30 Uhr beginne ich, Felix (18) aus Brandenburg, an der „Ecole ESSALAH privée“ in Casablanca den Unterricht, zusammen mit meiner marokkanischen Kollegin Fatima.  3 Stunden Unterrichtszeit haben wir jeden Vormittag, um die 5jährigen der „Grand Section de la Maternelle“ auf die kommenden Jahre in der Schule vorzubereiten.

Felix_SVS_3Fatima ist Französischlehrerin und damit steht auch fest, welche Sprache im Klassenraum gesprochen wird.  Französisch ist die erste Fremdsprache für die Kinder und extrem wichtig für eine erfolgreiche Zukunft in Marokko.  Da zu Hause arabisch gesprochen wird, schicken die Eltern ihre Kinder in die Vorschule, um ihnen den Einstieg in die Schule später so einfach wie nur möglich zu machen.

So üben wir jeden Morgen alles, was wichtig ist – die Zahlen, das Schreiben der lateinischen Buchstaben, die Farben, kurze Dialoge und jede Menge Substantive.  Eine ganze Menge für 5jährige, aber jeder erfolgreiche Satz zu uns Lehrern oder den anderen Kindern macht Spaß.  Dass Französisch wichtig ist merkt man schnell – da ich kein Arabisch spreche, bleibt den Kindern auch gar nichts anderes übrig, als sich auszuprobieren.

Doch seit vier Wochen haben Sie noch eine weitere Option: Neben dem Französischunterricht bekomme ich jeden Tag 30 Minuten für Englischunterricht.  Für jeden, der davon träumt die Welt zu entdecken, absolut notwendig! Und so versuche ich jeden Tag 20 Fünfjährigen durch gemeinsames Wiederholen, singen von Liedern und Ratespielen die englische Sprache nahe zu bringen.

Wohnen tue ich in Sbata, einem noch sehr traditionell geprägtem Viertel der Acht-Millionenstadt Casablanca.  Für mich Europäer ist das öffentliche Leben hier ein einziges Chaos, doch wie mein 19-jähriger Gastbruder lieben die meisten Einwohner ihre Stadt.  Und auch mir gefallen die verrückten Leute in den kleinen Gassen und auf dem riesigen Markt vor meiner Haustür mehr und mehr.  Und falls doch mal alles zu viel wird, bleibt auch immer noch das Wochenende, an dem ich stets durch das Land reise.  In den ersten Wochen noch stark unterstützt von meiner Aufnahmeorganisation SVS, fühle ich mich mittlerweile in der Lage, auch alleine zu reisen.  Mit meinem noch ausbaufähigen Französisch ist jedes Wochenende ein Abenteuer – Spaß macht es aber immer 🙂

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