Author Archives: Anja Gebel

„Mahragan“ – Musik als Revolution

Während die politischen Akteure der revolutionären Tahrir-Generation ins Hintertreffen geraten sind, brodelt es weiterhin in der ägyptischen Gesellschaft. Der „Mahragan“ mit seinen oftmals blasphemischen, aber ehrlichen Texten könnte das bleibende Symbol für die seit 2011 errungene Redefreiheit werden. An unserem 7. Film- und Diskussionsabend 2015 widmeten wir uns diesem popkulturellen Phänomen und seiner Entstehung in den Kairoer Armenvierteln. Mit „Electro chaabi“ beschreibt die Regisseurin Hind Meddeb den Aufstieg des gleichnamigen Musikstils (der auch „Mahragan“ = „Fest“ genannt wird) – von den Armenvierteln Kairos in den Mainstream der ägyptischen Popkultur. Begleitet und porträtiert werden Pioniere des Mahragan (DJ Amr Haha, DJ Ramy, DJ Vigo, Figo, MC Alaa 50 Cent, MC Sadat, Oka & Ortega, Weza – die letzten drei traten auch zusammen als „Eight Percent“ auf), die mit alten PCs, Keyboards und im Internet gefundenen Remix-Programmen begannen, die traditionelle Sha'abi-Musik elektronisch neu zu erfinden. Die oftmals schrillen Rhythmen werden begleitet von verzerrten Sprechgesängen, deren Texte sarkastisch und provokant ehrlich die Sorgen des Alltagslebens in den Armenvierteln aufgreifen. Immer wieder erklären die Künstler ihren Erfolg damit, dass sie in ihren Texten das sagen, was die Menschen auf der Straße denken. Oft handelt es sich dabei um Banalitäten oder humorvolle Zuspitzungen. Zuweilen scheuen sie sich aber auch nicht, politische Themen aufzugreifen. Porträtiert werden die Künstler beim Einüben ihrer Lieder, durch Interviews mit ihren Verwandten und bei Liveauftritten auf insgesamt vier Hochzeiten – dort, wo die Electro Sha'abi-Musiker erstmals Berühmtheit erlangten und von wo aus ihre Lieder über Mitschnitte und YouTube-Videos rasant verbreitet wurden; bis sie schließlich in den Straßen und öffentlichen Verkehrsmitteln ihrer Viertel omnipräsent waren. Der Film taucht ein in eine männlich-dominierte, jugendliche Subkultur, die sich innerhalb einer streng regulierten Gesellschaft über die Kunst einen Raum der freien Rede erkämpft hat. Beispielhaft für derartige Regeln steht die auch von den Mahragan-Sängern unkritisch hingenommene Rollenverteilung der Geschlechter: Frauen und Männer tanzen nie zusammen, immer separat. Durchgängig bietet der Film seltene Einblicke in die dicht besiedelten Gässchen und Hinterhöfe der ärmeren Vororte Kairos, wo sich unzählige Tuk-Tuks hupend in einem schier endlosen Häusermeer tummeln, wo sich (z.T. brennende) Müllberge an den Straßenrändern stapeln und Minderjährige ihr erstes Geld als Tuk-Tuk-Taxifahrer verdienen. Die Vorstädte wirken abgekoppelt von der öffentlichen Ver- und Entsorgung, ausgegrenzt. Der von den DJs besungene Drogenkonsum scheint vielen Bewohnern Erleichterung zu bieten. Er gehört zum Alltag selbst der Kinder. Während ein Großteil des Films in Stadtteilen wie Imbaba, Al-Matariyyah, El-Salam City spielt, verlagert sich das Geschehen am Ende in die Kairoer Innenstadt. Der Mahragan ist auf dem Weg in den Mainstream. Oka & Ortega unterschreiben ihren ersten Vertrag bei einer Plattenfirma und nutzen die Chance, um zu nationalen Berühmtheiten zu werden. Sie sind bei Talkshowauftritten zu sehen. Man erfährt, dass sie durch die Kairoer Clubs touren und auf Hochzeiten der gehobenen Schichten in Fünf-Sterne-Hotels spielen. Für ein Interview nach ihrem Durchbruch standen sie der Regisseurin anscheinend nicht mehr zur Verfügung. Ihr langjähriger Partner Weza hingegen wurde von dem Vertrag ausgenommen. Er bleibt zurück in den Vororten und beklagt am Ende des Films, wie es zum Bruch zwischen den dreien kam. Im anschließenden Publikumsgespräch mit Mohammed Abdelmageed M. Hussien und Ahmed Awadalla, die in Ägypten die Entstehung des Electro Sha'abi miterlebten, fand eine Einordnung des Films statt. Ahmed Awadalla wies darauf hin, dass die im Film gezeigten Lebensverhältnisse der Armenviertel, aus denen die Mahragan-Pioniere kommen, für 30 Prozent der ägyptischen Gesellschaft gelten. Der Mahragan repräsentiere diesen Teil der Bevölkerung direkt, wobei es weitere 30 Prozent gebe, die sich ebenfalls von dem Phänomen angesprochen fühlen. (Der Anteil der Jugendlichen in der ägyptischen Gesellschaft liege ebenfalls bei ca. 60 Prozent.) Der Musikstil sei bereits vor der Revolution entstanden – 2007/8 – und sei anfangs die Musik der Arbeiterklasse gewesen, die auf der Straße und auf Hochzeiten in Orten Kairos gespielt wurde, die nicht repräsentativ für die ägyptische Gesellschaft als Ganzes stünden. Erst mit der Revolution habe sich ein Raum aufgetan, der die Klassenschranken überwand. Während die Medien den Mahragan zuvor ignorierten, eroberte er in den letzten Jahren nicht nur die „Straße“, sondern auch die (Massen-)Medien. Mohammed Abdelmageed M. Hussien erklärte, dass Electro Sha'abi eine Fusion aus elektronischen Einflüssen und dem älteren Sha'abi (eine ägyptische Volksmusik) sei, der auch in seiner Heimat Oberägypten üblicherweise auf Hochzeiten gespielt werde. Er sei die Musik der einfachen Leute und ihrer Geschichten, in der Regel sei er weder kulturell bildend noch politisch. Aus dem Publikum wurde darauf hingewiesen, dass der Electro Sha'abi sich klar von dieser Tradition abhebe und zu einer durchaus kritischen „Stimme der Armen“ geworden sei. Er stehe für die Dynamik der aktuellen ägyptischen Gesellschaft. Der Frage, ob der Mahragan mit ähnlichen Phänomenen wie dem Gangster Rap in den USA oder Baile Funk in Brasilien vergleichbar sei und ob er Teil einer globalen Bewegung sei, konnte nur in Teilen zugestimmt werden. Alle drei wurden im Rahmen einer Repressionsgeschichte entwickelt und es gebe viele gemeinsame Motive wie Drogen, Gewalt, Sex oder in manchen Fällen auch Politik. In Ägypten gebe es jedoch die revolutionäre Komponente. Der Mahragan passe dadurch besser zu Hip Hop und Blues, die zur Emanzipationsgeschichte des US-amerikansichen Civil Rights Movement gehören. Auf die Frage, wie es um den Mahragan nach dem Militärcoup stehe, betonte Ahmed Awadalla, dass die Musik immer noch präsent sei. Momentan finde jedoch eine Debatte statt, ob sie Gewalt und Drogenmissbrauch fördere (genauso wie bei den populären Sobky-Filmen). Es gebe immer mehr Verbote. Darauf, dass das Besingen von Drogen in Ägypten historisch nichts Neues ist, wurde aus dem Publikum mit einem Verweis auf Texte aus den 1920er Jahren angemerkt. Der als Tradition verklärte Sha'abi sei in Wirklichkeit ein junges Phänomen aus der Zeit der politischen und ökonomischen Transformation in den 1970ern. Ein weitere Einwurf aus dem Publikum wies auf die Paradoxie hin, dass die provokanten Texte und Auftritte des Electro Sha'abi ausgerechnet in den Armenvierteln entstanden, wo sich gleichzeitig konservative und islamistische Bewegungen ausbreiten. Mohammed Abdelmageed M. Hussien erklärte dies damit, dass die Armenviertel prekäre Orte seien, in denen momentan alles ständig neugeformt werde. Deshalb gebe es derartige, durchaus konfliktträchtige Entwicklungen. Passend zum Thema unseres kommenden Film- und Diskussionsabend am 9. Dezember entspann sich eine rege Diskussion um die im Film fehlende Präsenz der Frauen: „Warum treten Männer und Frauen immer in getrennten Gruppen auf? Gibt es die neue Freiheit auch für Frauen? Wollen sie nicht sprechen?“ Aus dem Publikum wurde angemerkt, dass es in der MENA-Region das Konzept gebe, „dass alles aufgeteilt werden kann“. Es werde dort als normal hingenommen, dass Frauen und Männer sich nicht vermischen, sondern auf Distanz zueinander bleiben. Dies heiße aber nicht zwangsläufig, dass Frauen unterdrückt sind. Vielmehr hätten sie eine eigene Lebenssphäre, die im Film einfach nicht gezeigt werde. Der Film zeige nur die Jungs und damit nicht ein Bild der ganzen Gesellschaft. Von einer weiteren Kommentatorin wurde darauf hingewiesen, dass es sogar gefährlich sein könne, diese unsichtbaren Grenzen zu überschreiten. Besonders Mädchen und Frauen seien dann von Belästigungen oder Schlimmerem bedroht. Auch wurde angemerkt, dass in den oberen Gesellschaftsschichten Ägyptens und auf Popmusikfestivals beide Geschlechter zusammen tanzen und es diese strenge Separation nicht gebe. In der Öffentlichkeit der Armenviertel sei allerdings auffällig, dass nur die jungen Männer die Chance ergriffen, öffentlich zu sagen, was sie wollen. Als abschließender Hinweis wurde noch vermerkt, dass es auch öffentliche Mahragans von und für Frauen gebe, diese seien aber weder groß noch berühmt. Hier ein paar Beispiele: Unser Gast Ahmed Awadalla bloggt. Kurzbiografie der Regisseurin Hind Meddeb Musiktipps aus dem Publikum Filmbesprechung auf norient Veranstaltungsleitung und Moderation: Andreas Fricke Koordination vor Ort: Andreas Fricke Text: Steffen Benzler Fotos: Jana Vietze Übersetzung ins Englische: Alex Odlum Programm: das ehrenamtliche 14km Film Team Die 14km Film- und Diskussionsreihe wird 2015 mit Haushaltsmitteln des Landes Berlin – Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit – gefördert. Thema des nächsten Film- und Diskussionsabends am 9. Dezember werden Frauenrechte in Nordafrika sein. Infos zum Termin und gezeigten Film "Die Quelle der Frauen" gibt es hier. Übersicht der 14km Film- und Diskussionsabende 2015 Wir bedanken uns für die Unterstützung:


Mahragan – Music as Revolution

While the political actors of the Tahrir generation seem to fade away, their revolutionary spirit still simmers within Egyptian society. The “Mahragan” with its often blasphemous but honest lyrics, remains a lasting symbol of the achievements made towards freedom of speech in 2011. Our 7th evening in the 2015 14km Film and Discussion Series was devoted to this phenomenon of Egyptian pop culture and its development in Cairo’s slums. With “Electro Chaabi,” director Hind Meddeb describes the rise of this eponymous musical style (its name, “Mahragan,” roughly translates to “festival”): from the slums of Cairo to the mainstream of Egyptian popular culture. The film features Mahragan’s pioneering artists (DJ Amr Haha, DJ Ramy, DJ Vigo, Figo, MC Alaa 50 Cent, MC Sadat, Oka & Ortega, Weza – the last three of whom perform together as Eight Percent), who took old PCs, keyboards, and downloaded remix tapes to reinvent traditional Chaabi music with an electronic spin. Often piercing rhythms mix with distorted melodies, whose sarcastic and provocative lyrics highlight the struggles of daily life in Cairo’s slums. The artists repeatedly suggest that their success lies in their ability to express what people on the street are thinking, often using banal examples and humorous exaggerations, but also without hesitating to take up controversial political issues. The artists are portrayed in multiple settings: while practising their songs, in interviews with friends and relatives, and, importantly, at four of their live wedding performances. The latter exemplify where Electro-Chaabi music first evolved and became known, before being spread through videos across Youtube and ending as an omnipresent vibe in the streets and on public transport. The film dives into this male dominated, youth sub-culture, fighting for freedom of speech in a society where artistic expression is often tightly constrained. Even the Mahragan performers uncritically accept strict rules of gender separation: men and women never dance together, but always separately. The film consistently offers rare glimpses into the social realities of the densely populated streets and yards in Cairo’s poorer areas, where countless Tuk-Tuks toot their way through an endless sea of houses, mountains of (occasionally burning) garbage, and minors looking for their chance to earn some cash as a taxi-driver. These suburbs operate decoupled, and largely marginalised, from the reach of Cairo’s formal public services. According to one song, drug consumption offers many residents a relief from the stress of these chaotic scenes. An every day occurrence, even children are often caught in the cycle of drugs. While the film mostly takes place in suburbs like Imbaba, Al-Matariyyah, El-Salam City, it moves into downtown Cairo by the end. Mahragan is becoming mainstream. Oka & Ortega sign their first contract with a record company, taking the chance to become national celebrities. We see them appearing in talk-shows, and soon learn they are touring Cairo’s clubs and playing at upper class weddings in five-star hotels. Having made the big time, the film’s director can no longer reach them for an interview. Meanwhile, the pair’s long-term partner, Weza, remains confined to suburbs after he fell out with the others and was excluded from the contract. A public discussion following the film welcomed Mohammed Abdelmageed M. Hussein and Ahmed Awadalla, who having witnessed the emergence of Electo Chaabi in Egypt, were both well placed to comment. Ahmed Awadalla noted that 30 per cent of Egyptians live in conditions similar to those experienced by Mahragam’s pioneers in the slums. Yet, not only does Mahragam directly represent this section of society, but also another 30 per cent of Egyptians can certainly relate to the phenomenon – youth make up almost 60 per cent of the population. Even before the 2011 revolution, this musical style was evolving. It dates to around 2007-8, when it grew out of the streets and weddings of Egypt’s under-represented working class. With revolution, came an opportunity to break down class barriers and expand into a new space. While previously ignored by the media, Mahragan was soon able to conquer not only the “streets,” but also the (mass) media. Mohammed Abdelmageed M. Hussein explained that Electro Chaabi was a fusion of electronic influences with older Chaabi (Egyptian folk music), which is traditionally played at weddings in Upper Egypt – his home region. Originally, Chaabi was simply the music of ordinary people and their stories, neither particularly cultural nor political. An audience member pointed out that, in contrast, Electro Chaabi is clearly distinguishable from its traditional roots as a highly critical “voice of the poor”. In this, it seems to more closely represent the dynamics of contemporary Egyptian society. Asked whether Mahragan was comparable to gangsta rap in the US or baile funk in Brazil, and whether it formed part of a global movement, Mohammed could only partially agree. Indeed, all three have grown out of repressive histories and share many common themes, such as drugs, violence, sex, and to some extent politics. However, in Egypt, there is an additional revolutionary element. In this sense, Mahragan is more accurately analogised with hip hop and blues, which share a comparable, emancipatory connection to the American civil rights movement. When questioned on how Mahragan had reacted to the military coup in 2013, Ahmed Awadalla argued that the music has retained its presence. However, the genre now faces a debate over whether it promotes drug abuse and violence (similar to the challenges faced by the popular Sobky movies). As a result, it is increasingly battles bans and censorship. Yet, songs about drugs are nothing new in Egypt, according to one audience member, who pointed out that Egyptian lyrics had been making drug references as early as the 1920s. For Chaabi, this tradition has been particularly present since the 1970s, a time of political and economic transformation. Another interesting perspective from the audience pointed out the paradox in Chaabi’s reference to drug culture, given that it emerged from the same slums where strong conservative and Islamist movements have spread. Mohamed Abdelmageed M. Hussein explained this by suggesting the slums were dynamic spaces, constantly reshaping themselves and their identities. Correspondingly, such seemingly contradictory developments are not impossible. In line with the theme of 14km’s upcoming Film and Discussion Series evening on 8 December, the current discussion brought up issues of gender and tackled the question of why women had such a weak presence in the film: “Why are the men and women always split into separate groups? Is there not also newfound freedom for women?” One audience member suggested that across the MENA region, “everything is divided” along gender lines. It is socially accepted that women and men do not mix, rather keeping a distance from one another. That, however, does not in and of itself mean women are oppressed. Instead, it only highlights that women have their own sphere – one which is not portrayed in this film. While we see a dominant male culture here, that is not representative of all society. Another commentator argued it could even be dangerous to challenge these invisible boundaries; bringing women and girls into the picture could make them subjects of harassment or worse. Further, it was pointed out that in Egypt’s upper classes, including at the popular music festivals they attend, both sexes dance together without such strict separation. In the slums, however, it remained striking how only the men were able to seize the opportunity to express themselves freely. Lastly, we learned that there are indeed public Mahragan shows by and for women, but that these are neither large nor famous. For example: Our guest Ahmed Awadalla blogs. Biography of director Hind Meddeb Music tips from the audience Film review on norient Event coordination and presentation: Andreas Fricke Coordination of the Film Series: Andreas Fricke Text: Steffen Benzler Translation: Alex Odlum Photos: Jana Vietze Organisation: The 14km Volunteer Film Crew The 14km Film and Discussion Series 2015 gets sponsorship by budgetary funds of the Federal State of Berlin – Office for Development Cooperation. Further events are scheduled as followed: 9 December The events are dedicatet to a single country or specific topic, in order to give an artistic-documentary impression. The ensuing audience discussion aims to include further informations by an affected person living in Berlin and by an scientific expert, always aiming to make links to North-South relationships. We express thanks for the support:


Das lang ignorierte Vorspiel zur europäischen Flüchtlingsproblematik

Filmvorführung "14 KILOMETER - Auf der Suche nach dem Glück"

Tausende von Flüchtlingen überqueren momentan täglich die Grenze nach Deutschland und suchen nach einer sicheren Bleibe. Daran, dass diese Situation in Europa nichts Neues ist, erinnert unser 6. Film- und Diskussionsabend 2015 mit Gerardo Olivares' Film „14 Kilometer – Auf der Suche nach dem Glück“ und Harald Glöde von Borderline Europe auf dem Podium. Drei Flüchtlinge – Violeta aus Mali sowie die zwei Brüder Buba und Mukela aus Niger – begleitet der semi-dokumentarische Film „14 Kilometer – Auf der Suche nach dem Glück“ auf ihrem beschwerlichen Weg nach Europa. Es zeichnet sich früh ab, dass die drei bei jeder Gelegenheit über den Tisch gezogen werden. Mit der Ankunft in Agadez beginnt für sie der knallharte Flüchtlingsalltag. Als Passagiere auf einem maximal beladenen Lkw in Richtung algerische Grenze werden sie von willkürlich agierenden Kontrollposten und korrupten Grenzbeamten schikaniert. Geht den Flüchtenden das Geld aus, müssen sie sich mit niedrigsten Arbeiten über Wasser halten, um sich irgendwann die Weiterreise leisten zu können. So gerät die ursprünglich vor einer Zwangsverheiratung geflohene Violeta mehrmals in Situationen sexueller Ausbeutung. Ausbeutung, Lebensgefahr und ein unbändiger Wille In der Wüste Ténéré, im Norden Nigers, stoppt der Lkw. Auf die drei ins algerische Tamanrasset Weitereisenden wartet ein vierstündiger Fußmarsch durch die Wüste („Richtung Nordwesten“), während der Lkw in eine andere Richtung weiterfährt. Die drei Hauptakteure freunden sich an – und sie verirren sich. Statt den angepeilten Grenzort zwischen Niger und Algerien zu erreichen, laufen sie im Kreis, bis sie erschöpft im Schatten einiger Akazien zusammenbrechen. Für Mukela kommt jede Hilfe zu spät, Violeta und Buba werden in letzter Minute von zwei zufällig vorbeiziehenden Tuareg gerettet. Die bedingungslose Gastfreundschaft der traditionell lebenden Nomaden bietet die einzige Verschnaufpause auf dem Weg nach Europa. Weiter geht es über die algerisch-marokkanische Grenze, die nach mehreren Versuchen und dank einer chaotischen Bürokratie überquert werden kann. In Marokko zeigt der Film zum ersten Mal eine staatliche Autoritätsperson, die die missliche Lage der Flüchtlinge nicht ausnutzt und sogar hilft. In Tanger bezahlen Buba und Violeta mit ihrem letzten Geld einen nobel gekleideten Schleuser für die Bootsfahrt über die Meerenge von Gibraltar. Nach der gelungenen Überfahrt, bleibt ihnen nicht viel Zeit zur Freude. Verfolgt von der Polizei verstecken sie sich zunächst in den Wäldern, bis sie bemerken, dass auch die Beamten der Guardia Civil gerne Mal ein Auge zudrücken. Die Flüchtlinge können unbehelligt weiterreisen. Vor ihnen steht eine ungewisse Zukunft. Der 2008 gedrehte Film zeigt das lang ignorierte Vorspiel zur aktuellen europäischen Flüchtlingsproblematik. Die letzte Szene beschreibt die heutige Situation an Europas Außengrenzen sehr treffend. Die Fluchtrouten haben sich geändert, die Fluchtgründe bleiben dieselben Dass der Film sehr realitätsnah ist, bestätigte Harald Glöde von Borderline Europe, der im anschließenden Publikumsgespräch den Film in den aktuellen Kontext einordnete. Die im Film gewählte Route werde laut Glöde nur noch selten eingeschlagen, da Marokko strenger kontrolliere und Kriegsschiffe von Frontex die Meerenge von Gibraltar und die Kanarischen Inseln abriegeln. Trotzdem gebe es in den Bergen um die mit hohen NATO-Stacheldrahtzäunen eingehegten Enklaven Ceuta und Melilla tausende Flüchtlinge, die regelmäßig Massenaktionen planen, bei denen in der Regel einige wenige erfolgreich über die Zäune kämen. Wegen der schwachen staatlichen Strukturen und den gefährlichen islamistischen Milizen, kämen kaum Flüchtlinge über Algerien und Mali. Die Hauptroute aus dem subsaharischen Raum verlaufe heutzutage von Agadez direkt nach Libyen, wo sich Milizen über Schleusergeschäfte finanzieren. Laut Sea-Watch gebe es in Libyen zwei wohlbekannte Auslaufpunkte, an denen Europa humanitär helfen könnte, es aber unterlässt. Über diese Wege dürften die rund 150.000 Flüchtlinge in Italien gekommen sein. Mit 450.000 Flüchtlingen sei allerdings Griechenland für viele die erste Anlaufstelle in der EU. Zum einen liege das daran, dass dort die Dublin-Regel außer Kraft gesetzt ist, Flüchtlinge können weiterreisen. Andererseits habe das auch mit der Nähe zur Türkei zu tun, die selbst schon Millionen Syrer aufgenommen hat. Neue syrische Flüchtlinge gingen lieber nach Europa. Viele Alternativen hätten sie nicht. In Nordafrika gebe es nur in Marokko – über das UNHCR – die Möglichkeit zu einer legalen Bleibemöglichkeit. Algerien, Tunesien, Libyen, und Ägypten böten keine Asylverfahren. Als Entrechteten und rassistisch Diskriminierten bliebe den Flüchtlingen dort lediglich ein prekäres Leben als billige Arbeitskräfte für Landwirtschaft, Gastronomie, etc. Auch reichere arabische Staaten wie Kuweit und Saudi-Arabien zeigten kein Interesse an einer Aufnahme der Geflohenen. Im Gegensatz zu den Bürgerkriegsflüchtlingen aus Syrien seien die Fluchtgründe aus Subsahara-Afrika hauptsächlich in den fehlenden Zukunftsperspektiven zu finden. Zum Teil sei das europäische Flüchtlingsproblem hausgemacht, wenn man die Fischereiabkommen mit afrikanischen Staaten, sowie die Logik z.B. des Milchpulver- und Fleischexports bedenke. Dazu komme der Klimawandel, der den Menschen die Existenzgrundlagen entziehe. Deshalb seien die Hauptherkunftsländer von Flüchtlingen neben den bekannten Ländern Syrien, Eritrea, Afghanistan, Pakistan, Irak und Somalia eben auch Staaten wie der Tschad, Nigeria, Ghana oder Kenia. Militärische, humanitäre und politische Maßnahmen Auf die Frage, ob es möglich sei, Fluchtwege sicherer zu gestalten, wies Glöde darauf hin, dass dieses Ziel mit den momentan in der Politik debattierten Maßnahmen verfehlt würde. Stattdessen werde Symbolpolitik betrieben. Weder von der EU finanzierte Lager in Nordafrika, noch Asylzentren in Griechenland und Italien würden das Problem lösen. Man könne Flüchtlinge nicht „wie Pakete zwischenlagern“, wurde aus dem Publikum zugestimmt. Die Aushandlung eines europäischen Verteilungsschlüssels für 100.000 Flüchtlinge ist für Glöde in Anbetracht der Gesamtzahlen ein Witz und indem man Staaten, in denen systematische Ausgrenzung und Elend herrschen, zu sicheren Drittstaaten erkläre, beseitige man keine Fluchtgründe. Gleichsam wies er darauf hin, dass die EU-Außengrenzstaaten schon seit Jahren das Dublin-System reformieren wollten, dies aber immer von der deutschen Politik abgelehnt wurde. Deutschland konnte es sich dank seiner Mittellage bequem machen, während Spanien, Griechenland, Ungarn und Italien auf sich allein gestellt waren. Erst jetzt, wo es selbst betroffen sei, poche Deutschland auf Reformen. Die einzige Lösung, um der Situation langfristig die Dramatik zu nehmen, sei die Schaffung legaler Zuwanderungswege für Flüchtlinge. Ein weiteres Beispiel für Symbolpolitik sah Glöde in der Umbenennung der European Union Naval Force – Mediterranean (EU NAVFOR Med) in „Operation Sofia“ – nach dem Mädchen, das am 22. August 2015 bei einer Rettungsaktion vor der libyschen Küste auf einem Militärschiff zur Welt gekommen ist. Es sei der Versuch der militärischen Operation gegen Schleuserbanden einen humanitären Anstrich zu verleihen. Sie teile sich in drei Phasen: 1. Aufklärung, 2. Umleitung/Beschlagnahmung und 3. Zerstören der Schleuserboote (in Libyen). Phase 2 sei im Oktober 2015 eingetreten, für die dritte sei noch kein Datum absehbar. Neben den Einsätzen von Frontex und den Küstenwachen seien von zivilgesellschaftlicher Seite ein Schiff von Seawatch, zwei Schiffe von Ärzte ohne Grenzen sowie ein Schiff einer maltesischen Millionärsfamilie explizit zur Seenotrettung unterwegs. Motive der Flüchtlingspolitik Gefragt, ob die Brandstiftungen und Pegida sich negativ auf die Arbeit mit Flüchtlingen auswirken, erklärte Glöde, dass das Pendel in beide Richtungen ausschlage. Man müsse die unerwartet große Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung würdigen, „Pegida ist ein sächsisches Problem“. Dass allerdings die Politik die Lage zum Stimmenfang ausnutze, um repressivere Maßnahmen einzuleiten, sei „Lichtjahre entfernt von der Willkommenskultur, die in der Zivilgesellschaft gelebt wird“. Angela Merkels Bekenntnis zu einer Aufnahme der Flüchtlinge aus Ungarn müsse man im außenpolitischen Kontext sehen, es gehe um internationales Prestige, um das Ansehen Europas und Deutschlands als Führungsnation in Europa.   Presseheft zum Film Filme zum Thema MIGRATION in der 14km Filmdatenbank   Veranstaltungsleitung und Moderation: Andreas Fricke Koordination vor Ort: Andreas Fricke Text: Steffen Benzler Fotos: Jana Vietze Übersetzung: Alex Odlum Programm: das ehrenamtliche 14km Film Team Am 11. und 12. Juli 2014 hat 14km e.V. auf der Fachkonferenz zum Thema “Flucht // Migration // Entwicklung” mit Wissenschaftler/innen, Diasporaorganisationsvertreter/innen, Menschenrechtsaktivist/innen und interessierten Teilnehmer/innen die verschiedenen Facetten der Migration zwischen Nordafrika und Europa diskutiert. Den Verlauf der Fachtagung sowie die Protokolle der Diskussionen und weitere interessante Downloads gibt es hier. Weitergehende Informationen: Nahrain Al-Mousawi (EUME) arbeitet derzeit an einem Buch über Erzählungen von Migranten über die geographischen Sperren Mittelmeer und Sahara. Beide natürlichen Grenzen analysiert sie sowohl als trennend als auch als verbindend für die betroffenen Menschen. Ronja Kempin und Ronja Scheler (SWP 2015): "Migration nach Europa: Mehr außenpolitisches Engagement der EU in ihrer Nachbarschaft nötig" Sabine Riedel (SWP 2015): "Fluchtursache Staatszerfall am Rande der EU - Die europäische Verantwortung" Reiner Klingholz und Stephan Sievert analysieren die steuernden Faktoren der Migration über das Mittelmeer: "Krise an Europas Südgrenze" (Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung 2014) Wolfgang Grenz, Julian Lehmann und Stefan Keßler (BpB 2015): "Schiffbruch - Das Versagen der europäischen Flüchtlingspolitik" Andrea Di Nicola, Giampaolo Musumeci (BpB 2015): "Bekenntnisse eines Menschenhändlers - Das Milliardengeschäft mit den Flüchtlingen" Paul Collier (BpB 2015): "Exodus - Warum wir Einwanderung neu regeln müssen" Karl-Heinz Meier-Braun, Reinhold Weber (Hg. / BpB 2014): "Migration und Integration in Deutschland - Begriffe – Fakten - Kontroversen" Wolfgang Bauer (BpB 2015): "Über das Meer - Mit Syrern auf der Flucht nach Europa" Ralph A. Austen (BpB 2014): "Sahara - 1000 Jahre Austausch von Ideen und Waren" Charlotte Wiedemann (BpB 2015): "Mali oder das Ringen um Würde - Meine Reisen in einem verwundeten Land" Dominic Johnson (BpB 2013): "Afrika - vor dem großen Sprung" Die 14km Film- und Diskussionsreihe wird 2015 mit Haushaltsmitteln des Landes Berlin – Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit – gefördert. Thema des nächsten Film- und Diskussionsabends am 18. November wird politische Popmusik in Kairo sein. Infos zum Termin und gezeigten Film "Electro Chaabi" gibt es hier. Weitere Film- und Diskussionsabende sind an folgenden Terminen in Planung: 18. November / 9. Dezember Wir bedanken uns für die Unterstützung:


The long ignored prelude to the European migration crisis

Thousands of refugees are crossing the border daily into Germany in search of a more secure future. Unlike Germany, in Europe this situation is well-known. The 6th evening in our Film and Discussion Series for 2015 featured Gerardo Olivares’ Film “14 Kilometers – The Pursuit of Happiness” as well as Harald Glöde from Borderline Europe in a panel discussion. As the evening unfolded, we saw that the latest developments filling the news today have long been foreseeable, and could have been far earlier addressed by policies. The film, “14 Kilometers – The Pursuit of Happiness,” accompanies three refugees – Violeta from Mali, along with the two brothers, Buba and Mukela from Niger – on their difficult journey to Europe. From the outset, it is clear that all three have put everything on the table for this journey. The challenges of life as a refugee are clear from the very beginning in Agadez. To get from here to the Algerian border, passengers load into a truck headed for Algeria, constantly harassed at arbitrary checkpoints by corrupt border officials. Those who run out of cash are left to be exploited, working the worst jobs to survive and keep their hopes of onward travel alive. Having fled the prospect of a forced marriage, Violeta ultimately finds herself faced with sexual exploitation on her travels. Explotiation, danger, and an irrepressible will The truck halts in Ténéré desert, northern Niger. The three travellers are facing a walk through the desert (“heading northwest”), aiming for the Algerian Tamanrasset, while the truck continues onwards in a different direction. Violeta, Buba and Mukela become lost. Unable to find the border town between Niger and Algeria, they run circles before falling exhausted under the shade of some acacias. At the last minute, passing Tuaregs are able to save Violeta and Buba. For Mukela, the help arrives too late. On the unforgiving route to Europe, one of only sources of solace is the unconditional hospitality of the traditional, nomadic tribes. Onwards, towards the Algerian-Moroccan border, Violeta and Buba manage to cross the frontier after several attempts, taking advantage of the chaotic bureaucracy. In Morocco, we find the first state authority who does not exploit the refugees, even going so far as to help them. Once in Tangiers, Violeta and Buba give the last of their money to a well-dressed people smuggler who offers to transport them across the Straits of Gibraltar. But after a successful crossing, there is not much time to celebrate. With police in hot pursuit, Violeta and Buba seek cover in the woods, before noticing the Civil Guard officials have turned a blind eye. While they can now travel undisturbed, the refugees realise an uncertain future awaits them. Shot back in 2008, the film shows the long ignored prelude to the present European migration crisis – particularly in this last scene, which aptly highlights the current state of Europe’s external borders. Different escape routes, similar reasons to escape According to Harald Glöde (Borderline Europe) in the post-film audience discussion, the film closely reflects current realities. However, this particular route from Morocco is rarely taken today, with Frontex ships and strict controls blocking passages through the Straits of Gibraltar or to the Canary Islands. Yet, unperturbed by the high, NATO-enforced fences surrounding Ceuta and Melilla, thousands of refugees remain poised in the mountains ready to cross en masse, even if only a few make it across at a time. But as state structures weaken in Mali and Algeria and insecurity grows in the face of Islamist threats, fewer refugees are venturing down such dangerous paths today. Nowadays, the main migration route from Sub-Saharan Africa goes through Agadez, directly towards Libya, where militias finance vast smuggling operations. According to Sea-Watch, there are two well-known transit points where Europe could be directing humanitarian aid. The first is in Libya, from where around 150,000 have journeyed to Italy this year. The other is Greece, which has served as a contact point to the EU for over 450,000 people – not only because the EU’s Dublin regulations have been de facto overruled and refugees are being allowed to travel onwards through Europe, but also due to the simple proximity of Greece to Turkey, where millions of Syrians are already seeking refuge. New Syrian refugees in Europe do not have many other alternatives. In North Africa, Morocco alone is the only country where Syrian refugees can live legally, supported by UNHCR. Algeria, Tunisia and Egypt offer no asylum procedures that would open new perspectives. Here, Syrian refugees face disenfranchisement and discrimination, with few informal labour opportunities. Even richer Arab states show little interest in welcoming large numbers of Syrian refugees. Unlike Syrians, however, those leaving sub-Saharan African may be differently motivated, and are more often on the move due to the lack of future prospects in their homelands. Europe cannot be absolved of responsibility for this state of affairs: fisheries agreements, milk powder and meat exports have all impacted on the African economies. Climate change further impacts on livelihoods. As a result, refugees are fleeing despair not only in Syria, Eritrea, Afghanistan, Pakistan, Iraq and Somalia, but also in countries such as Nigeria, Chad, Ghana and Kenya. Military, humanitarian and political measures Asked whether it was possible to improve the safety of current migration routes, Harald Glöde rejected the idea that improvements could be made under current policies. Symbolic polices will continue, but will have little positive effect. Suggested solutions like asylum centres in Greece and Italy will not solve the problem. The audience clearly agreed that refugees could not simply be sent “between camps as packages!” The EU’s plan to resettle 100,000 refugees across Europe was, for Glöde, not sufficient given the current number of refugee arrivals. In any case, having been resettled to countries that persist in marginalising them, refugees would move on to safe third-countries at any cost. Moreover, he pointed out that, despite the EU border countries’ pleas, Germany refused to reform the Dublin system for many years. As Spain, Greece, Hungary and Italy were left to fend for themselves, Germany sat contentedly behind its buffer states. It is only now, when Germany finally feels the pinch herself, that she is pushing for reform. It seems that the only sustainable long-term solution to the crisis is to foster legal migration routes for refugees. Renaming the European Union Naval Force (EU NAVFOR Med) as “Opeation Sofia” represented another symbolic gesture for Glöde, after a young girl was rescued by a military ship off the Libyan coast on 22 August 2015. Giving the military operation such a name serves as a mere attempt to give it a human face. The Libya operation is geared around three goals (1) Education (2) Redirection (3) Destruction of the smuggling boats. By October 2015, phase 2 was underway, but with no date for the third phase in sight. Indeed, navy operations by Frontex and coastguards were being matched by civil society: Sea-Watch, MSF (two ships), and a Maltese millionaire’s own private rescue ship! Motivations behind the refugee policies Asked whether arson attacks on refugee settlements and groups such as Pegida negatively impact on efforts to help refugees in Germany, Glöde argued that “Pegida is a Saxon problem.” One should not forget the positive energies set free. The politicians were “light years away from the a welcoming culture expressed in civil society.” In that sense, Angela Merkel’s commitment to welcoming hundreds of thousands of refugees into Germany should be seen in the light of foreign policy, where it boosts Europe’s international prestige and Germany’s role as a leading nation in Europe rather than a well thought through policy on how to best accommodate and integrate a mass influx of refugees.   Press review about the film (German) Films about MIGRATION in the 14km Film Database   Event coordination and presentation: Andreas Fricke Coordination of the Film Series: Andreas Fricke Text: Steffen Benzler Translation: Alex Odlum Photos: Jana Vietze Organisation: The Volunteer 14km Film Crew At 11 and 12 July 2014 14km e.V. was hosting a symposium on “Displacement // Migration // Development" to discuss facets of migration between North Africa and Europe with human rights activists, scientists, fellows of diaspora organizations and interested participants. The report can be found here in German language. Additional informations: Nahrain Al-Mousawi (EUME) works currently on her book about migrant stories about the geographical borders Mediterranian Sean and Sahara. Both natural divides are analised as dividing as well as uniting for the affected humans. Reiner Klingholz and Stephan Sievert analyse factors steering the migration to Europe: "Crisis on Europe's Southern Borders" (Berlin Institute for Population and Development 2014) Paul Collier (2013): "Exodus" Ralph A. Austen (2010): "Trans-Saharan Africa in World History" The 14km Film and Discussion Series 2015 gets sponsorship by budgetary funds of the Federal State of Berlin – Office for Development Cooperation. The upcoming Film- and Discussion night will be about political pop music in Cairo. On November 18th we will screen the documentary "Electro Chaabi". Read more. Further events are scheduled as followed: 18 November / 9 December The events are dedicatet to a single country or specific topic, in order to give an artistic-documentary impression . The ensuing audience discussion aims to include further informations by an affected person living in Berlin and by an scientific expert, always aiming to make links to North-South relationships. We express thanks for the support:


Kinder im Krieg und auf der Flucht: „Schildkröten können fliegen“

14km Film- und Diskussionsabend

"Schildkröten können fliegen" (Spielfilm, Iran/Irak/Frankreich, 2005, OmU, 98 min) von Bahman Ghobadi am Mittwoch, 22. Juli 2015 um 18:30 im Filmrauschpalast, Lehrter Straße 35, 10557 Berlin Moabit 14km e.V. präsentiert den zweiten Filmabend der 14km Film und Diskussionsreihe 2015. Wie Kinder Krieg und Flucht erleben, ist Thema unseres kommenden Film- und Diskussionsabends. Wir zeigen den unter anderem mit der Goldenen Muschel (San Sebastian Film Festival 2004) und dem Friedensfilmpreis (Berlinale 2005) prämierten Film "Schildkröten können fliegen" von Bahman Ghobadi auf Kurdisch mit deutschen Untertiteln und in der 35mm-Zelluloid-Fassung. Der Film erzählt die Geschichte des 13-jährigen Satellit, der als Anführer einer Kindergruppe im nordirakischen Grenzland Minen sucht, um sie auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen, und der vom Krieg traumatisierten Agrin. Kurz vor dem Einmarsch der US-amerikanischen Armee in den Irak begegnen sich die beiden in einem Flüchtlingslager. In dem anschließenden Publikumsgespräch mit geladenen Impulsgebern soll das Gefühlschaos von Kindern während Krieg und Flucht sowie die aktuelle Lage im Nordirak diskutiert werden.   Die Teilnahme ist frei, um eine freiwillige Spende wird gebeten. Veranstaltungsort ist der Filmrauschpalast in der Kulturfabrik in Berlin Moabit statt (Lehrter Straße 35, 10557 Berlin). Die Diskussion endet spätestens um 22:00 Uhr. Facebook-Event Hintergrundinfos zum Film: Filmheft "Schildkröten können fliegen" der BpB Informationen zur politischen Bildung "Naher Osten" Produktionsgesellschaft "Schildkröten können fliegen" Verleihkatalog kurdischer Filme in Deutschland Die 14km Film- und Diskussionsreihe wird 2015 mit Haushaltsmitteln des Landes Berlin – Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit - gefördert. Weitere Film- und Diskussionsabende sind an folgenden Terminen in Planung: 26. August / 16. September / 07. Oktober / 28. Oktober / 18. November / 9. Dezember Die Veranstaltungen widmen sich einem einzelnen Land oder einem spezifischem Thema, um mittels eines aktuellen Films einen künstlerisch-dokumentarischen Einblick zu ermöglichen. Anschliessend wird das Thema in einem offenen Publikumsgespräch mit einer Person aus Berlin mit persönlichen Erfahrungen (Zeitzeuge, Migrationshintergrund) sowie einer Referent/in aus der Wissenschaft intensiv erörtert werden, immer auch mit Bezug zu Nord-Süd-Verhältnissen. Wir bedanken uns für die Unterstützung:                


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