Praktikum

Netzwerkbildung und -pflege für EntwicklungsZUSAMMENarbeit in Marokko

Abschlussbericht von Lisa bei der High Atlas Foundation

Ich habe nach meinem Studium der Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft ein  Praktikum  machen  wollen,  dass  mir  praktische  Einblicke  in  die  verschiedenen Aspekte  meines  Studiums  ermöglicht.  Marokko  war  mit  seinem  politischen  und wirtschaftlichen System ein besonderer Anreiz, da es von den mir bisher bekannten Systemen abweicht. Die High Atlas Foundation hat als NGO die Mission nachhaltige Entwicklung durch  den Aufbau von Self-Empowerment in den ländlichen Regionen Marokkos zu fördern. Diese Mission wird unter anderem durch die Optimierung der Infrastruktur für Bildung und  die  Förderung  des  Aufbaus  von  wirtschaftlichen  Kooperationen,  speziell  in  der Landwirtschaft, umgesetzt. Durch  mein  Praktikum  habe  ich  Einblicke  in  den  täglichen  Prozess  von Entwicklungszusammenarbeit  bekommen.  Ein  Grundpfeiler  der Entwicklungszusammenarbeit liegt dabei in dem Bereich der Zusammenarbeit. Für  die  Mitarbeiter  der  Organisation  sind  Netzwerkbildung  und  die  Pflege  der bestehenden  Netzwerke  von  zentraler  Bedeutung  in  ihrer  täglichen  Arbeit.  Dafür wurden  Treffen  für  Austausch  und  Planung,  Veranstaltungen  mit Öffentlichkeitswirkung  in  den  Regionen,  mit  Politikern  und  Verantwortlichen  der Schulen, sowie  auch mit Unterstützern organisiert. Meine Aufgabe im Social Media Praktikum bestand darin, durch die Verwendung der Social-Media-Kanäle die beiden Bereiche der Netzwerkpflege und Netzwerkknüpfung zu unterstützen. Das erforderte von mir selbständiges Arbeiten und zudem die Initiative für ständige Kommunikation und Koordination. Gerade bei den letzten beiden Punkten wurde für mich deutlich, dass es in der High Atlas Foundation einen mir (teilweise) fremden Stil der Koordination und Kommunikation gibt. Das äußerte sich dann darin, dass die Koordination nicht ganz so strukturiert funktioniert hat, wie ich es gewohnt war. Auch die Kommunikation war aufgrund sprachlicher und kultureller Unterschiede an  bestimmten  Punkten  eine  Herausforderung  für  mich  und  hat  mich  sicherlich bereichert. Bereichert in dem Sinne, dass ich gestärkt wurde in der Fähigkeit, mich in einem neuen Arbeitsumfeld auf andere Bedingungen einzustellen und zu lernen, wie ich  diese  beeinflussen  kann.  So war  für  mich  ein  Unterschied zwischen  der Zusammenarbeit  im  Team  zu  Beginn  und  der  Zusammenarbeit  zum  Ende  meiner Tätigkeit feststellbar. Das Team der High Atlas Foundation war zu jeder Zeit sehr freundlich und auch, wenn ich mir öfter gewünscht habe den marokkanischen Dialekt des  Arabischen  zu  verstehen,  gab  es  auf  English  und  Französisch  Wege,  sich  zu verständigen.  Der  besondere  kulturelle  und  politische  Hintergrund  Marokkos  zeigte sich  in  meinem  Praktikum  meiner  Meinung  nach  zum  Beispiel  in  der  besonderen Gewichtung, eine sensible Berichterstattung zu gewährleisten und in der besonderen Rolle,  welche  die  Beteiligung  ausländischer  Partner  in  Marokko  spielt,  damit  die Projekte der NGO wirklich umgesetzt werden konnten. Als Frau in Marokko zu leben ist nicht immer leicht gewesen und als ausländische Frau war  ich  besonders  häufig  das  Ziel  von  Belästigungen.  Ich  hoffe  für  Marokko  und insbesondere  für  Frauen  in  Marokko,  dass  sich  in  der  Hinsicht  etwas  ändert. Grundsätzlich begegnete man mir aber mit Respekt und großer Gastfreundschaft. Rückblickend  bin  ich  der  High  Atlas  Foundation  und  dem  14km  Verein  für  die Ermöglichung  dieser  Zeit  sehr  dankbar.  Ich  kann  das  Praktikum  insbesondere Menschen  deren  Interessen  im  Social  Media  und  Journalismus  Bereich  liegen und/oder  mit  einem  Bildungshintergrund  in  Agrarwissenschaften  empfehlen. Vorteilhaft  sind  Sprachkenntnisse  in  Französisch  und  Arabisch  bzw.  Darija,  und Englisch. Die von uns wiedergegebenen Berichte von durch uns vermittelte Praktikant/innen spiegeln nicht notwendigerweise die Sichtweise von 14km e.V. oder unseren Partnern wider.  


Ein halber Marokkaner

Abschlussbericht von Felix bei Social Voluntary Services in Marokko

Nun also ist es vorbei. Leider! Hinter mir liegen vier interessante und äußerst abwechslungsreiche marokkanische Monate. Nun also ist es Zeit zu resümieren, auch wenn es schwer fällt, alles Erlebte aus vier Monaten zusammenzufassen.  Mindestens genauso schwer fällt es, alles hinter sich zu lassen. Vier Monate sind keine kurze Zeit. Mit am meisten fehlen wird mir meine Gastfamilie. Hier war ich für vier Monate zu Hause und immer wenn ich von Ausflügen zurück kam, konnte ich mich auch genau so dort fühlen.  Und das, obwohl verglichen mit meinem bisherigem zu Hause, eigentlich alles anders war. Dafür wurde ich hier mit einer Gastfreundschaft aufgenommen, die ich so noch nie erlebt hatte. Ziemlich schnell war ich nichts anderes als ein besonderes Familienmitglied, welches auch genau so von allen behandelt wurde. Traditionelles marokkanisches Gewand: Die Djellaba Einen nicht viel kleineren Teil meiner Zeit in Marokko füllte die Arbeit in der "Ecole Essalah", einer kleinen privaten Vor- und Grundschule nur zwei Straßen von meinem zu Hause entfernt.  Zu meinem Abschied wurde extra eine kleine Party veranstaltet mit allen Kolleginnen und Kollegen, frisch gepresstem Fruchtsaft und für mich gab es extra schokoladenfreien Kuchen.  Sogar ein Abschlussgeschenk gab es: Ich bekam das traditionelle marokkanische Gewand, die Djellaba mit passenden Schuhen! Spätestens jetzt war ich ein richtiger halber Marokkaner. Vor allem die Kinder meiner Klasse schauten nicht schlecht, als sie mich in der traditionellen Kleidung ihrer Eltern sahen. Es war der letzte Tag vor den Winterferien und wir hatten fast das gesamte vergangene Halbjahr miteinander verbracht. Die letzten zwei Monate hatten wir uns dabei mit einem besonderen Projekt beschäftigt: Zusammen studierten wir einen "deutschen" Volkstanz ein. Hunderte Male probten wir zusammen die Choreografie, bis sie am Ende fast perfekt klappte. Von der Direktorin bekamen wir dafür sogar die Möglichkeit, bei einer Schneiderin Kleider für alle Kinder in Auftrag zu geben. Die Aufführung an meinem vorletzten Arbeitstag wurde ein voller Erfolg und die ganze Schule guckte zu. Die Kinder hatten viel Spaß beim Tanzen - nur zum Abschluss beim gefühlt hundertsten Gruppenfoto für Eltern und Lehrer (und mich) verloren einige die Geduld ;) Abschließend kann ich wohl sagen, dass ich die vergangenen vier Monate kein bisschen bereue. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich noch nie in so kurzer Zeit so viel gelernt und erlebt habe, so viele neue Freunde getroffen habe und so viele verschiede Plätze und Menschen gesehen habe. Wenn ich könnte, würde ich die vier Monate nochmal wiederholen. Wiederkommen werde ich aber auf jeden Fall nach Marokko! :) Die von uns wiedergegebenen Berichte von durch uns vermittelte Praktikant/innen spiegeln nicht notwendigerweise die Sichtweise von 14km e.V. oder unseren Partnern wider.


„14 km e.V. war ein wichtiger Weichensteller“

Abschlussbericht von Michael bei SMEX in Beirut

2015 absolvierte ich ein 6-monatiges Praktikum bei der libanesischen NGO SMEX (Social Media Exchange). Die Zeit war reich an Erfahrungen sowohl in persönlicher als auch beruflicher Hinsicht. SMEX ist eine kleine Organisation die sich für digital rights in der arabischen Region einsetzt, also Menschenrechten, die auf das Internet bezogen werden. Ich lernte viel was dem Alltag einer kleinen lokalen NGO angeht – von Projektanträgen über digitale Techniken zur Visualisierung von Daten bis hin zur Konzipierung von Online-Trainingseinheiten für AktivistInnen und JournalistInnen. Meine Chefs waren unkompliziert und nahmen sich meist auch Zeit für mich und ihnen war es wichtig, dass sowohl mir als auch ihnen mein Aufenthalt etwas brachte. Sie unterstützten mich zusätzlich mit einem kleinen Taschengeld, was es erst ermöglichte, dass ich solange bleiben konnte. Als ich bei meiner Suche für ein Praktikum bei einer politischen Organisation im arabischen Raum auf die Homepage von 14 km e.V. stoß, war ich sehr glücklich endlich eine größere Auswahl von verschiedenen Organisationen auf einer Seite gefunden zu haben. Es ist schwierig von außen und ohne Kontakte vor Ort an solche Organisationen zu kommen. Schnell war mir klar, dass für mich SMEX ein idealer Partner sein würde, der mir Erfahrungen bieten kann und ich ihm gleichzeitig auch mit meinem Wissen und Fähigkeiten zur Seite stehen kann. Nach einem Vorstellungsgespräch bei 14 km e.V. wurde dann der Kontakt mit der Organisation vor Ort ziemlich unkompliziert hergestellt. Als ich dann fünf Monate später auch endlich im Libanon eintraf, war ich sehr glücklich um meine Entscheidung und blieb das auch für die Dauer meines Aufenthaltes. Nicht nur die Arbeit, sondern auch das Land und Beirut haben es mir sehr angetan und mir leicht gemacht mich gut einzufinden. Gerade für politisch interessierte Menschen bietet das Land sehr viel und manch einer behauptet auch, dass der Libanon ein guter Einstieg in die Region ist (wenn auch nicht ein gutes Land um die Sprache zu lernen). Es macht auf alle Fälle viel Spaß das Land kennenzulernen, ob es nun die Berge, das Meer oder die Bekkaa-Ebene sind – für jeden ist einiges dabei. Viele Freunde und Kontakte habe ich gefunden und bin auch weiterhin in Kontakt mit ihnen. 14 km e.V. war für mein Vorhaben ein wichtiger Weichensteller, der meinen „Besuch” vor Ort auf jeden Fall viel wahrscheinlicher gemacht hat. Die von uns wiedergegebenen Berichte von durch uns vermittelte Praktikant/innen spiegeln nicht notwendigerweise die Sichtweise von 14km e.V. oder unseren Partnern wider.


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News

Neue Infobroschüre zu internationalen Freiwilligendiensten erschienen

Im Zuge der „de:kolonial“ Film- und Diskussionsreihe 2019 hat 14,4km e.V. eine Handreichung für Freiwillige und Anbieterorganisationen entwickelt, die Freiwilligen als Leitfaden […]

Forschen über Dezentralisierung in Tunesien

Von Oktober bis Dezember habe ich ein Praktikum beim Arab Institute for Democracy (AID) absolviert. Die kleine, tunesische Non-Governmental Organisation verfolgt den Prozess der demokratischen Transition, der mit der Revolution 2011 in Gang gesetzt wurde. Damit soll der Übergang zu einer funktionierenden Demokratie begleitet werden.

„White Saviours“ in Aktion? Ein kritischer Blick auf internationale Freiwilligendienste aus drei Perspektiven

Am dritten de:kolonial Film-und Diskussionsabend am 11. September warfen wir einen (auch selbst-)kritischen Blick auf internationale Freiwilligendienste und setzten uns […]

Von Liebe, Frust und Freundschaft oder Wenn Berliner einen Flughafen bauen –

Entwicklungshilfe und internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit auf dem Prüfstand im vierten de:kolonial Film- und Diskussionsabend rDer vierte Film- und Diskussionsabend schloss […]

14km FACEBOOK Posts

Unable to display Facebook posts.
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