Praktikum in Marokko

Marokkos Vielfalt und die Herausforderung, in kurzer Zeit etwas zu bewegen

Praktikumsbericht von Pauline bei Chantiers Sociales Maroc

Diesen Herbst verbrachte ich sechs Wochen in Marokko und absolvierte ein Praktikum über die 14km-Partnerorganisation CSM (Chantiers Sociales Maroc), die ihren Sitz in Rabat hat. Von dort aus werden Freiwillige in Projekte und Gastfamilien der Umgebung vermittelt. In meinem Fall wohnte und arbeitete ich in der Nachbarstadt Salé, die auf der anderen Flussseite, direkt gegenüber der Hauptstadt liegt. Dort wohnte ich bei einer Gastfamilie in dem eher ärmlichen Viertel Sidi Moussa. Meine Gasteltern waren schon sehr “freiwilligenerprobt”, da sie seit über 10 Jahren junge Frauen aus dem deutschsprachigen Ausland aufnehmen und vor allem meine Gastmutter sorgte dafür, dass ich mich dort sehr wohlfühlte. Ich erhielt ein eigenes Zimmer in der kleinen Wohnung, das zuvor meinen nun ausgezogenen Gastbrüdern als Kinderzimmer gedient hatte. Meine Gastmutter setzte mir drei Mal pro Tag leckere marokkanische Speisen vor und ich konnte mich bei Fragen und Unklarheiten immer an beide Gasteltern wenden. Mein Gastvater war gleichzeitig auch der Gründer und Direktor des Frauenzentrums “Nahdat Alhay”, in dem ich offiziell eingesetzt sein würde. Als ich ankam, waren jedoch noch Ferien und das Opferfest - das wichtigste Fest für die Muslime, ähnlich wie bei uns Weihnachten - stand vor der Tür. Meine Arbeit begann also erst zwei Wochen später und ich nutzte die Zeit, meine Umgebung näher zu erkunden. An diesem Punkt wurde eine meiner wenigen Erwartungen nicht erfüllt: Statt direkt arbeiten und die kurze Zeit, die mir blieb, optimal zu nutzen, verzögerte sich mein Arbeitsbeginn, nicht nur durch die zeitlichen Umstände, sondern zusätzlich durch eine Art Projektwechsel. Erst nach meiner Ankunft erfuhr ich, dass es für mich im Frauenzentrum zu diesem Zeitpunkt nur wenig zu tun gäbe und so beschränkte sich mein Engagement dort auf eine Stunde Deutschunterricht pro Tag. Ansonsten verbrachte ich meine Arbeitszeit bei AMDEL, einer Bürgerinitiative, die sich für Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung einsetzt. Doch wie bei meinem ursprünglichen Projekt gab es auch hier - bedingt durch den erst langsam anlaufenden Betrieb nach den großen Ferien - nicht allzu viel zu tun. So entschied ich mich, im Anbetracht der anstehenden Parlamentswahlen mehr über das politische System Marokkos herauszufinden. Unsere Kollegen bei AMDEL standen uns mit ihrem Wissen zur Seite und erklärten uns die Situation und die - nach ihrer Sicht - akuten Probleme. Darauf eingehend überlegten mein Mitfreiwilliger vom weltwärts-Programm und ich, einen Informationsfilm zu entwickeln, der den etwas komplizierten Wahlgang und seine einzelnen Etappen schlüssig aufbereitet. Wie viele Leute wir letztendlich damit erreichten und wie zielführend unsere Arbeit war, finde ich schwer einzuschätzen. Interessant war das Konzept von AMDEL: Neben Sensibilisierungsprojekten für Umweltbelange in Form von Filmen und Arbeitseinheiten bzw. Aufklärungsprojekten verstehen sie sich als Anlaufstelle für die Kinder und Jugendlichen des Viertels. Mit Unterstützung des Personals können sie z.B. Radiosendungen entwickeln und umsetzen und ich hatte den Eindruck, dass ihre Ideen ernst genommen werden und bei den Erwachsenen Gehör finden. Trotz dem Engagement der Angestellten und Freiwilligen, gestalteten sich die Kommunikation und Absprachen mit den Zuständigen tendenziell schwierig. Informationen mussten mehrmals erfragt werden, um annährend präzise Anhaltspunkte zu bieten, was für mich in Anbetracht meiner kurzen Zeit dort und dem Ehrgeiz, trotzdem etwas - sei es noch so klein - erreichen zu können, eine tägliche Herausforderung war. Doch gleichzeitig war es eine gute Übung und meine Ehrlichkeit und Durchsetzungsfähigkeit wurden allgemein positiv aufgenommen. Höhepunkt meiner Arbeit war die Teilnahme am “pré-COP”, einer regionalen Umweltkonferenz, die einerseits darauf abzielt, dass sich die unterschiedlichen Initiativen und NGOs vernetzen und ihre Arbeit vorstellen; anderseits aber auch dazu dient, die Bevölkerung für den im November anstehenden Weltklimagipfel in Marrakesch zu sensibilisieren. Gemeinsam mit drei Mitarbeitern und drei weiteren deutschen Freiwilligen betreute ich den Stand und gab Interessierten über die Arbeit von AMDEL Auskunft. Außerdem hatten wir ein kleines Gewinnspiel vorbereitet: Wir stellten die Verschwendung von Wasser exemplarisch dar, indem wir einen tropfenden Wasserhahn am Stand installierten und das Wasser darunter in einem großen Behälter auffingen. Die Leute sollten raten, wieviel Liter Wasser in 24 Stunden verschwendet werden würden. (Für alle Neugierigen: Bei regelmäßigem, nicht zu schnellen Tropfen kann es sich um 6 bis 7 Liter handeln.) Abgerundet wurde das Programm des pré- COP durch Diskussionsrunden und leckeren Buffets, bestehend aus den typisch kunstvollen, marokkanischen Keksen und Fruchtsaft. An den Wochenenden erkundete ich den Norden Marokkos und besuchte die Städte Tanger, Kénitra, Ifrane, Fès, Meknès und Chefchaouen. Ich bewunderte die Vielfalt des Landes, von der ich durch mein zeitliches Limit im Vergleich so wenig und doch so viel sah: Die breiten Strände von Tanger und Kénitra, die verwinkelten Gassen der großen Médina von Fès, der kleine, aber wunderschön verzierte Palazzo in Meknès oder die schroffen Berge im Rif- Gebirge sind nur wenige Beispiele für den natürlichen und kulturellen Reichtum Marokkos. Noch bereichernder als meine touristischen Aktivitäten waren meine Begegnungen mit den Einheimischen. Marokkaner sind im Allgemeinen ein sehr nettes und gastfreundliches Völkchen; und so erhielt ich häufiger Einladungen zum Essen von Bekannten und konnte sogar einmal einer kleinen Hochzeitsfeier beiwohnen. Mit Freunden ging ich ins Hammam - das arabische öffentliche Bad - und erkundete den Basar. Umgekehrt berichtete ich von meinem Leben in Deutschland, tauschte mich mit Freunden über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten aus und versuchte an einem Kochabend marokkanischen Jugendlichen die deutsche Küche näher zu bringen. Während Kartoffelpuffer mit Apfelmus ganz gut ankamen, erfreute sich der Gurkensalat keiner großen Beliebtheit, schließlich wurde er mit ungesüßtem Joghurt zubereitet, was in Marokko scheinbar wenig Akzeptanz findet. Dazu passt auch das typisch marokkanische Nationalgetränk: der - für uns Deutsche maximal gesüßte - Minztee, der zu jedem Anlass und jeder Tages- und Nachtzeit getrunken wird. Eine wichtige Erfahrung war für mich außerdem der Kontakt mit einem Islam des Alltags, der in so friedlichem Kontrast zu der undifferenzierten westlichen Berichterstattung steht. Seien es die unterschiedlichen Arten des Kopftuchs, die Koranrezitationen im Radio oder die Rufe der Muezzin zu den fünf Gebetszeiten am Tag. Zusammenfassend möchte ich betonen, dass es eine gute Erfahrung für mich war; trotz mancher Hürden und der viel zu kurzen Zeit habe ich viel gelernt und erlebt. Ein Praktikum und das Leben in einer Gastfamilie sind eine gute Möglichkeit, eine fremde Kultur näher kennen zu lernen. Falls Euer Interesse geweckt wurde, könnt ihr einige Erlebnisse auf meinem Blog www.paulinebenin.wordpress.com nachlesen. *** Die von uns wiedergegebenen Berichte von durch uns vermittelte Praktikant/innen spiegeln nicht notwendigerweise die Sichtweise von 14km e.V. oder unseren Partnern wider.


Netzwerkbildung und -pflege für EntwicklungsZUSAMMENarbeit in Marokko

Abschlussbericht von Lisa bei der High Atlas Foundation

Ich habe nach meinem Studium der Politikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaft ein  Praktikum  machen  wollen,  dass  mir  praktische  Einblicke  in  die  verschiedenen Aspekte  meines  Studiums  ermöglicht.  Marokko  war  mit  seinem  politischen  und wirtschaftlichen System ein besonderer Anreiz, da es von den mir bisher bekannten Systemen abweicht. Die High Atlas Foundation hat als NGO die Mission nachhaltige Entwicklung durch  den Aufbau von Self-Empowerment in den ländlichen Regionen Marokkos zu fördern. Diese Mission wird unter anderem durch die Optimierung der Infrastruktur für Bildung und  die  Förderung  des  Aufbaus  von  wirtschaftlichen  Kooperationen,  speziell  in  der Landwirtschaft, umgesetzt. Durch  mein  Praktikum  habe  ich  Einblicke  in  den  täglichen  Prozess  von Entwicklungszusammenarbeit  bekommen.  Ein  Grundpfeiler  der Entwicklungszusammenarbeit liegt dabei in dem Bereich der Zusammenarbeit. Für  die  Mitarbeiter  der  Organisation  sind  Netzwerkbildung  und  die  Pflege  der bestehenden  Netzwerke  von  zentraler  Bedeutung  in  ihrer  täglichen  Arbeit.  Dafür wurden  Treffen  für  Austausch  und  Planung,  Veranstaltungen  mit Öffentlichkeitswirkung  in  den  Regionen,  mit  Politikern  und  Verantwortlichen  der Schulen, sowie  auch mit Unterstützern organisiert. Meine Aufgabe im Social Media Praktikum bestand darin, durch die Verwendung der Social-Media-Kanäle die beiden Bereiche der Netzwerkpflege und Netzwerkknüpfung zu unterstützen. Das erforderte von mir selbständiges Arbeiten und zudem die Initiative für ständige Kommunikation und Koordination. Gerade bei den letzten beiden Punkten wurde für mich deutlich, dass es in der High Atlas Foundation einen mir (teilweise) fremden Stil der Koordination und Kommunikation gibt. Das äußerte sich dann darin, dass die Koordination nicht ganz so strukturiert funktioniert hat, wie ich es gewohnt war. Auch die Kommunikation war aufgrund sprachlicher und kultureller Unterschiede an  bestimmten  Punkten  eine  Herausforderung  für  mich  und  hat  mich  sicherlich bereichert. Bereichert in dem Sinne, dass ich gestärkt wurde in der Fähigkeit, mich in einem neuen Arbeitsumfeld auf andere Bedingungen einzustellen und zu lernen, wie ich  diese  beeinflussen  kann.  So war  für  mich  ein  Unterschied zwischen  der Zusammenarbeit  im  Team  zu  Beginn  und  der  Zusammenarbeit  zum  Ende  meiner Tätigkeit feststellbar. Das Team der High Atlas Foundation war zu jeder Zeit sehr freundlich und auch, wenn ich mir öfter gewünscht habe den marokkanischen Dialekt des  Arabischen  zu  verstehen,  gab  es  auf  English  und  Französisch  Wege,  sich  zu verständigen.  Der  besondere  kulturelle  und  politische  Hintergrund  Marokkos  zeigte sich  in  meinem  Praktikum  meiner  Meinung  nach  zum  Beispiel  in  der  besonderen Gewichtung, eine sensible Berichterstattung zu gewährleisten und in der besonderen Rolle,  welche  die  Beteiligung  ausländischer  Partner  in  Marokko  spielt,  damit  die Projekte der NGO wirklich umgesetzt werden konnten. Als Frau in Marokko zu leben ist nicht immer leicht gewesen und als ausländische Frau war  ich  besonders  häufig  das  Ziel  von  Belästigungen.  Ich  hoffe  für  Marokko  und insbesondere  für  Frauen  in  Marokko,  dass  sich  in  der  Hinsicht  etwas  ändert. Grundsätzlich begegnete man mir aber mit Respekt und großer Gastfreundschaft. Rückblickend  bin  ich  der  High  Atlas  Foundation  und  dem  14km  Verein  für  die Ermöglichung  dieser  Zeit  sehr  dankbar.  Ich  kann  das  Praktikum  insbesondere Menschen  deren  Interessen  im  Social  Media  und  Journalismus  Bereich  liegen und/oder  mit  einem  Bildungshintergrund  in  Agrarwissenschaften  empfehlen. Vorteilhaft  sind  Sprachkenntnisse  in  Französisch  und  Arabisch  bzw.  Darija,  und Englisch. Die von uns wiedergegebenen Berichte von durch uns vermittelte Praktikant/innen spiegeln nicht notwendigerweise die Sichtweise von 14km e.V. oder unseren Partnern wider.  


„Ich bin so dankbar für diese Erfahrung“

Praktikumsbericht von Dayala bei CSM in Rabat

Bei der Arbeit mit den Mitarbeiterinnen Meine Zeit in Marokko ist wie im Fluge vergangen und ich wünschte, ich hätte noch länger bleiben können. Insgesamt war ich im Oktober und November 2015 sieben Wochen in Rabat, wo ich ein Praktikum/ Freiwilligendienst bei der NGO Chantiers Sociaux Marocains (CSM) gemacht habe. Wie ich schon in meinem Zwischenbericht nach der Hälfte der Zeit berichtet habe, habe ich im Centre Lalla Meriem gearbeitet, einer Pflegeeinrichtung für Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderungen, mit welchem CSM kooperiert. Von Anfang an war ich total begeistert von Rabat. Obwohl es die Hauptstadt Marokkos ist, ist die Stadt nicht besonders touristisch. Dabei ist sie so sehenswert! In der Medina (Altstadt) ist stets ein turbulentes Treiben, hier kann man die bestens Schnäppchen ergattern, in verwinkelten Gassen das authentischste marokkanische Essen finden (das hier zudem sehr preiswert ist) und seine Freunde innerhalb von ein paar Sekunden inmitten der Menschenmasse verlieren. Abgesehen von einer „Touri-Straße“, in der es die typischen marrokanischen Souvenirs zu kaufen gibt, trifft man hier wirklich keine Touristen. Mit einem Teil meiner Gastfamilie Gewohnt habe ich während meines Praktikums bei einer Gastfamilie in der Nachbarschaft Youssoufia, die etwas außerhalb liegt. Meine Gastfamilie war sehr nett und gastfreundlich. Meine Gastmutter hat die beste Tajine gekocht! Das marokkanische Essen ist wirklich super. Mein Zimmer habe ich mir mit einer anderen Freiwilligen aus Deutschland geteilt, mir der ich auch zusammen im Centre Lalla Meriem gearbeitet habe. Zur Arbeit sind wir immer in einem geteilten Taxi gefahren, so hat die Fahrt nur 5 Dirham (~50 Cent) pro Person gekostet. Unsere Arbeit war mitten im Zentrum im Stadtteil Hassan. Auf dem Weg von Youssoufia in die Innenstadt sind wir jeden Tag an der Stadtruine Chellah vorbei gefahren, eine der Hauptsehenswürdigkeiten von Rabat. Gegen Ende meines Aufenthalts habe ich es endlich geschafft, mir Chellah anzugucken. Chellah ist wirklich traumhaft, wie ein großer Park, zwischen den ganzen Ruinen wachsen bunte Blumen und Palmen und von überall hört man das Klappern der Störche, die hier überwintern. Ich habe noch nie so viele Störche auf einmal gesehen, auf fast jeder Ruine hatten Störche ihre großen Nester gebaut. In Chellah Die zweite Hälfte meines Aufenthaltes ging noch schneller vorbei als die erste. Es ist ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass man an einem Ort richtig angekommen ist – dass man kein Tourist (mehr) ist, sondern sich in der Stadt auskennt, einen richtigen Alltag hat, Fortschritte in der Sprache macht und Freunde gefunden hat. Auch auf der Arbeit konnte ich besser mithelfen, da ich die Abläufe, Mitarbeiterinnen und Kinder gut kennengelernt hatte. Ich habe die meiste Zeit auf der Station mit den Kleinsten gearbeitet (Neugeborene bis ca. 2 Jahre) und die Kinder sind mir sehr ans Herz gewachsen. Die Babys, die gesund sind, werden alle adoptiert. Natürlich freut man sich immer sehr, wenn ein Kind wieder eine Familie bekommt, aber der Abschied fällt allen trotzdem immer schwer. Es ist schwierig ein Kind gehen zu lassen, wenn man es jeden Tag sieht und sich kümmert und vor allem weiß, dass man es wahrscheinlich nie wieder sehen wird. Ich bewundere die Mitarbeiterinnen im Centre echt für ihre Stärke. Babies, die eine Krankheit oder Behinderung haben, werden meistens nicht adoptiert und verbringen ihr ganzes Leben in der Einrichtung. Ich habe während meiner Arbeit im Centre Lalle Meriem sehr viel gelernt und an Erfahrung mitgenommen. Mit den Mitarbeiterinnen habe ich mich sehr gut verstanden. Mit den meisten habe ich immer auf Französisch gesprochen und dadurch auf jeden Fall auch mein Französisch verbessert. Mit einer Krankenschwester habe ich mich besonders gut verstanden. Sie konnte kein Französisch, aber wir konnten uns trotzdem immer irgendwie gut verständigen. Von ihr habe ich viel Darija (der marokkanische Arabischdialekt) gelernt. Da ich während meines Studiums Hocharabisch gelernt hatte, habe ich dies immer mit den Brocken Darija, die ich konnte, vermischt und wir haben auch viel über Gesten kommuniziert. Sie hat drei Töchter, die ungefähr in meinem Alter sind und hat mich auch ein paar Mal zu sich nach Hause eingeladen. Einmal hat CSM auch ein Malprojekt mit den Grundschulkindern im Centre Lalla Meriem organisiert. Circa 10 Mitarbeiter und Freiwillige von CSM kamen dazu auch in den Centre und wir haben die Hauswände und die Mauer im Eingangsbereich des Geländes bemalt. Das hat nicht nur den Kindern, sondern auch uns allen sehr viel Spaß bereitet und ich habe mein Bestes getan, die Wünsche der Kids (u.a. Sponge Bob und Mickey Mouse umzusetzen). Am Strand mit meinen Gastschwestern und der anderen deutschen Freiwilligen In meiner Freizeit habe ich viel mit meinen neuen marokkanischen Freunden oder den Mitarbeitern von CSM unternommen. Wir waren in Cafés, am Strand (spazieren, zum Baden war es leider zu kalt, als ich da war) oder haben zusammen gekocht. Viele meiner Freunde konnten sehr gut Englisch. Dies hat den Nachteil, dass man natürlich weniger Fortschritte im Marokkanischen macht, aber den Vorteil, dass man tiefere Gespräche führen kann. Mit einer Freundin habe ich aber immer Französisch geredet, da sie meinte, dass ihr Englisch nicht gut wäre. Obwohl mein Französisch auch nicht gut ist, konnten wir uns immer unterhalten und ich habe durch sie auch gute Fortschritte im Französischen gemacht. Der Abschied viel mir sehr schwer, da ich so viele tolle Menschen kennengelernt habe und gerade erst richtig angekommen war. Ich stehe aber immer noch in gutem Kontakt mit meinen Freunden und hoffe, sie dieses Jahr nochmal besuchen zu können! Vielen Dank 14 km e.V. für die Vermittlung dieses tollen Aufenthaltes! Die von uns wiedergegebenen Berichte von durch uns vermittelte Praktikant/innen spiegeln nicht notwendigerweise die Sichtweise von 14km e.V. oder unseren Partnern wider.


Marie Wehner: Vier Wochen Praktikum bei der High Atlas Foundation in Marokko

"Dank der Vermittlung von 14km konnte ich in Marokko die Arbeit der High Atlas Foundation kennen lernen. Die Non-Profit-Organisation will in den von Armut betroffenen ländlichen Regionen Marokkos Hilfe zur Selbsthilfe leisten. Sie verfolgt dort einen „participatory approach“; das bedeutet, dass die Gemeinschaften selbst entscheiden, welchen Problemen sie die höchste Priorität einräumen und welche Projekte sie verwirklichen wollen. Indem sie Verantwortung für den Entwicklungsprozess übernehmen, soll eine nachhaltige Verbesserung der Situation erzielt werden und die Teilnehmer werden befähigt selbstständig zukünftige Herausforderungen zu meistern. Vier Wochen habe ich in Marokko verbracht, drei davon im Tifnoute-Tal im Hohen Atlas. In den ersten zwei Tagen im Büro in Marrakesch konnte ich das Team kennenlernen und mich in die Gegebenheiten und Projekte in der Region Toubkal einarbeiten. Dann durfte ich bereits ins Tifnoute-Tal in das Dorf Amsouzarte fahren. Hier begleitete ich die Projektmanagerin Fatima, die die Projekte in der Region koordiniert und die Ansprechpartnerin für die TeilnehmerInnen hier ist. Als ich in Amsouzarte ankam war ich begeistert von der beeindruckenden Landschaft. In der Ferne sieht man die schneebedeckten Gipfel der Berge und etwas näher werden die karg bewachsenen Geröllhänge von Ziegen und ihren Hirten bevölkert. Senkt man den Blick ein wenig, erblickt man strahlend grüne Terrassen, auf denen Bäume in weißer und rosa Blütenpracht stehen und deren Ränder Schwertlilien säumen. Zwischen diesen Terrassen erheben sich die traditionellen Lehmhäuser der Dörfer, eng an den Hang geschmiegt. Im Tal bahnt sich der Fluss seinen Weg durch Geröll und überflutet Wiesen, in denen die Frauen jeden Morgen Gras mit der Sichel ernten um die Tiere zu versorgen. Die Projekte der High Atlas Foundation sind sehr vielfältig. Sie reichen von Projekten für sauberes Wasser und verantwortungsbewussten Verbrauch, über den Anbau von biologisch zertifizierten Walnuss-, Mandel- und Obstbäumen, bis hin zu Frauenkooperativen, die medizinische und aromatische Kräuter anbauen. Die Organisation hat den Anspruch, dass die Teilnehmer der Projekte diese selbst bestimmen und leiten. In der Region in der ich war, wurden deshalb Ende 2011 Meetings veranstaltet, in denen Männer und Frauen ihre Prioritäten bestimmen sollten und Ideen sammeln welche Projekte sie verwirklichen wollen. Die dort bestimmten Ziele werden seitdem mit großem Eifer verfolgt. Die Männer widmen sich dem Anbau von Nuss- und Obstbäumen. Durch die Bio-Zertifikation ihrer Produkte, können diese auf dem Markt zu einem gesteigerten Wert verkauft werden. Der so erzielte zusätzliche Gewinn soll zur Hälfte den Bauern zu gute kommen und zur Hälfte weitere Projekte finanzieren. Damit dieses Projekt durchgeführt werden kann, müssen die Landwirte sich jedoch zuerst zu einer Kooperative zusammenschließen. Ihre bisherigen Verbünde in „Associations“ sind nicht berechtigt Gewinne zu machen. Diese Kooperative soll später mit Kooperativen aus anderen Regionen zusammenarbeiten, um ihre Produkte gemeinsam auf dem internationalen Markt verkaufen zu können. Von Seiten der High Atlas Foundation muss also mit Hilfe lokaler „Facilitators“ Bildungsarbeit betrieben werden, was die rechtliche Situation, aber auch das Konzept biologischer Landwirtschaft betrifft. In wöchentlichen Treffen kommen die Bauern zusammen und diskutieren die Entwicklungen. Bei einem dieser Treffen konnte ich anwesend sein und beobachten wie dort gearbeitet wird. Da Tashelhit gesprochen wurde, konnte ich nur wenig verstehen und musste mich auf meine Beobachtungen verlassen. Trotz des Regens an diesem Tag waren viele gekommen und es waren Männer aller Altersklassen vertreten. Die Runde war lebhaft und als Omar, einer der lokalen „Facilitators“ den arabischen Gesetzestext vorstellte, gab es immer wieder Nachfragen, die Omar in Tashelhit beantwortete. Nach weiteren Diskussionen, wurden die Namen und Daten der Teilnehmer aufgenommen, die Teil der Kooperative sein wollten und nach einer Runde Tee wurde ein Film gezeigt, der biologische Landwirtschaft erläuterte. Die Frauen der Region sind ebenfalls dabei sich zu Kooperativen zusammenzuschließen. Frauen aus sieben Dörfern möchten ein gemeinsames Gewächshaus betreiben, um dort medizinische und aromatische Kräuter anzubauen. Da die Frauen weniger mobil sind, besucht Fatima alle sieben Dörfer um dort die Details der Initiative vorzustellen. Hierbei habe ich sie begleitet und so viel von der Umgebung kennengelernt. Wir haben das Projekt in drei verschiedenen Dörfern vorgestellt; die weiteren haben sich verzögert, aufgrund von Hochzeiten, Wetterbedingungen und anderen Terminen. Um die Dörfer zu erreichen, sind Fatima und ich meist gelaufen, da der lokale Transport sich seinen Weg nur selten über die Schotterpisten zu den abgelegenen Dörfern bahnt. In den Dörfern müssen nun die Frauen versammelt werden. Dies kann sehr schnell gehen, da die Dörfer sehr klein sind und Besucher Aufmerksamkeit erregen, es kann aber auch schwierig werden, wenn sich viele Frauen auf den Feldern zum Schneiden von Gras für die Tiere befinden. Wenn sich die Frauen versammelt haben, erklärt Fatima das Projekt und die Bedingungen, die erfüllt werden müssen um die Unterstützung der Regierung zu bekommen. Im Anschluss wurden auch hier die Namen der Teilnehmerinnen aufgeschrieben. Diese Treffen waren lebhafte Angelegenheiten, oft an der frischen Luft vor einem der Häuser; die Frauen genossen sichtlich die Abwechslung und gegen Ende konnten wir uns vor Einladungen zum Tee kaum retten. Bei einem weiteren Treffen zu den Möglichkeiten des Tourismus in der Region Toubkal konnte ich ebenfalls anwesend sein. Zu diesem Treffen versammelten sich sowohl Frauen als auch Männer um Ideen zu sammeln wie sie ihre touristisch weitgehend unentdeckte Region bekannter machen können. Zu Beginn wurde ein Bericht über ein Tamazight Filmfestival in Tiznit gezeigt. Dieses hatte Berühmtheiten in die Region gebracht und die Region mit positiver Berichterstattung mehr in den Fokus des Tourismus gerückt. Um diesen Ansatz in der Region Toubkal zu adaptieren, gab es die Idee ein Festival des Handwerks und der Handarbeiten zu organisieren. Die lebhafte Diskussion wurde von den Männern dominiert, die meisten der Frauen waren eher still, da sie es nicht gewohnt sind vor fremden Männern eine Meinung zu vertreten. Fatima versicherte mir jedoch, dass sie von dem Konzept begeistert sind und eine Menge Ideen haben wie man es realisieren könnte. Es wurde unter anderem der Verkauf von selbstgemachten Marmeladen diskutiert und Fatima stellte ein Projekt vor, bei dem die Frauen von Amsouzarte gelernt haben ihre Wolle mit natürlichen Farben wie etwa Henna, Walnussschalen und Kamille zu färben. Bei den Treffen konnte ich aufgrund meiner mangelnden Tashelhit-Kenntnisse hauptsächlich beobachten und diente Fatima als Fotografin. Da über alle Tätigkeiten im Feld Protokoll geführt werden muss, und Berichte geschrieben werden, hat Fatima neben ihren Koordinationstätigkeiten viel Schreibarbeit zu tun. Sie fertigt die Berichte auf Arabisch an, soll diese nach Möglichkeit aber auch entweder auf Französisch oder Englisch abliefern. Hier konnte ich sie unterstützen und gemeinsam lief die Übersetzungsarbeit schneller. Die Hilfe beim Übersetzen der Berichte vergangener Treffen, bedeutete für mich die Möglichkeit, einen genaueren Einblick in die Dynamik der Treffen und die Belange der Teilnehmer zu gewinnen. Die Hintergrundinformationen die ich in den ersten Tagen in Marrakesch bekommen hatte, waren sehr aufschlussreich, da ich keine Vorkenntnisse über die Region hatte und die Statistiken über Armut, Kindersterblichkeit und Analphabetismus erschreckend sind. Vor Ort zeigt sich ein anderes Bild: die Landschaft wirkt paradiesisch, die Menschen freundlich und glücklich. Diese widersprüchlichen Eindrücke kommen dennoch in Einklang wenn man etwas länger vor Ort bleibt. Es zeigt sich dass die Kinder mit Begeisterung und Fleiß Französisch und Arabisch lernen und mit zwei verschiedenen Schriftsystemen zurechtkommen. Ältere Menschen dagegen können zwar Arabisch lesen, können aber mit ungewohnten Wörtern nicht gut umgehen. Mir schien es, dass sie gelernt hatten mit ihrer Leseschwäche zurechtzukommen und diese teilweise zu verschleiern. Die zahlreichen Kinder wirken größtenteils gesund und lebhaft, und doch erfährt man nebenbei von verstorbenen Geschwistern. Die Armut lässt sich selten auf den ersten Blick erkennen und selbstverständlich gehörte meine Gastfamilie nicht zu den Ärmeren der Region. Auf unseren Besuchen in verschiedenen Dörfern kamen Fatima und ich jedoch sehr oft bei Verwandten von ihr vorbei, denen dann natürlich ein kurzer Besuch abgestattet werden musste. Hier ließ sich am ehesten ein Eindruck von den unterschiedlichen Lebensumständen der Menschen gewinnen. Durch den geteilten Alltag des Familienlebens habe ich am meisten über die Kultur und Lebensweise im Hohen Atlas gelernt. Durch gemeinsame Aktivitäten; vom morgendlichen Brotbacken auf dem Feuer, über die geteilten Mahlzeiten, das Spielen mit den Kindern oder den Besuch des Dorf-Hammams, lernte ich die Frauen besser kennen und konnte viel über ihr tägliches Leben erfahren. Besondere Ereignisse wie etwa der Besuch einer Henna-Nacht sowie des Abschieds der Braut von ihrer Familie und ihren Freunden vor der Hochzeit, gaben mir einen Eindruck von den kulturellen und musikalischen Traditionen der Menschen. Mein Aufenthalt in Amsouzarte war für mich eine sehr wertvolle Erfahrung, bei der ich viel über die Vorteile und Schwierigkeiten des „participatory approach“ lernen konnte. Obwohl die Umsetzung nicht immer einfach ist, bin ich von der Wichtigkeit dieser Vorgehensweise überzeugt. Es ist beeindruckend zu sehen mit welchem Engagement die Probleme der Region angegangen werden und wie zusammen gearbeitet wird um die Herausforderungen der Zukunft zu meistern." Die von uns wiedergegebenen Berichte von durch uns vermittelte Praktikant/innen spiegeln nicht notwendigerweise die Sichtweise von 14km e.V. oder unseren Partnern wider.


Fionn Herold about his internship at the High Atlas Foundation in Morocco

"In September 2013 I conducted an internship at the High Atlas Foundation, one of the organizations in the 14km volunteer programme. 14km had facilitated the contact and position according to my preferences and the environment-related degree I study in Austria. After two days working and volunteering in the office of the High Atlas Foundation (HAF) in Marrakech I got the opportunity to spend three weeks in Amsouzerte which is located in the Tifnout Valley of the High Atlas Mountains, close to Mount Toubkal and Lake Ifni. At my arrival it was dark and I could not see   where I was. So I had to wait until the next morning to see the picturesque valley with a river paving its way through, passing vegetated terraces, trees ready for the harvest and the clay made houses of the region - all of it surrounded by rocky mountains. But not only that; I also realized that I am going to stay here in this beautiful area for the next three weeks speaking no word of Tashelhyt, Arabic or French. This could only become an exciting cross-cultural stay, which is what I asked for! On the first day El Mahjoub, the head of the family I was living with, showed me around the village. He introduced me to a dozen people and after came the same amount of invitations for tea. Fatima then showed up; she is HAF's community planning facilitator and supports the organic agricultural project. She was the one who watched out for me. At the moment she is responsible for 48 villages in the area and very busy with the certification of walnut and almond trees. The first week Fatima tried to give me a few insights into her work. Every morning after breakfast Fatima also gave me some lessons in Tashelhyt, before we went to visit some villages, project sites or people to meet. So, I was quite well prepared for my stay. This was the time when communication became interesting; especially with the older men, it took me a while until we were able to interact with eachother, not only sitting there in silence. Out of these difficulties some made up stories arose, spreading very fast around the whole village. One was that I am the son of Yossef, the President of the Foundation who had spent some time in the area in the 1990s as a Peace Corps Volunteer. With the younger generation it was quite easy to talk. They had patience, curiosity, were not afraid of ridiculous situations and were happy teachers too. Mohammed was one of them. He drives a very old French Berliet truck and is employed by El Mahjoub. During the second week he was so kind to take me with him to his work. We started early in the morning, driving in the river bed. We had to get soil, hidden between many different sized stones onto the truck. Then it was time to get back onto the truck, heading on narrow dirt roads into the mountains, where the terrain drops down steeply, to deliver the load. That was the time when I slowly got a bit of an insight into people's daily life. It consists of a lot of physical work and the roles are strictly allocated whereupon you don't exactly know whose part the harder one is. While the women are busy with cooking, caring for the kids and the households, the men are dealing with cutting wood, construction work and other labor, often assisted by mules or donkeys. Mohammed was also the one who introduced me in the secret of preparing the well known mint tea, also called Moroccan Whisky, consisting of one-third of sugar, which can be a real spectacle/show. In the evening I met with the guys to play football, or went up the mountains to witness the sunsetting, throwing a nice light onto the valley and its villages, where Amsouzerte is the nicest one of all, having the most beautiful landscape with a lot of green vegetation. When the HAF's Vice President arrived, we examined tree nurseries, had a look at some other sites were HAF is working and talk to people who are responsible for monitoring the quality of the trees. Even with little language skills, it was very interesting for me to get a better understanding of the Foundation's approach. And suddenly the last days of this wonderful stay came. But it was not the end yet. Fatima had some impressive moments to share, when we helped the women collecting walnuts and when she took me to a remote village where she showed me the lives of a very old couple that had to live separated, due to illness. Finally I had to leave this place where everyone is welcome and where everybody takes care of you without knowing you and your background, your attitude and work, and without a common language; a place where you don't know what would happen in the next minute or what the next day would bring."   Die von uns wiedergegebenen Berichte von durch uns vermittelte Praktikant/innen spiegeln nicht notwendigerweise die Sichtweise von 14km e.V. oder unseren Partnern wider. The published reports by interns/volunteers on their internships facilitated by 14km e.V. do not necessarily reflect the opinion of 14km e.V. or its partners.


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