Veranstaltungen

Berber in Nordafrika: Anpassung und Rebellion – Filmvorführung „Azul“

Vergangenen Mittwoch fiel der Startschuss zu unserer diesjährigen 14km Film- und Diskussionsreihe im Filmrauschpalast Moabit. Den Anfang der Reihe machte der Film „Azul“ des tunesischen Regisseurs Wassim Korbi, der selbst zur indigenen Bevölkerungsgruppe der Imazighen (Sg. Amazigh, gewöhnlich „Berber“ genannt) gehört. Im Anschluss gab Abderrahmane Ammar, Berber-Experte, Soziologe an der Humboldt-Universität zu Berlin und freier Journalist, Einblicke in die Amazigh-Kultur und die politische und soziale Situation der indigenen Bevölkerung in Nordafrika. Der Film begleitet die Reise des Regisseurs in das Heimatdorf seines Vaters, in das er sich auf der Suche nach seinen kulturellen Wurzeln begibt. „Azul“ ist die Begrüßungsformel in Tamazight, der Berbersprache, und Sprache ist ein zentrales Thema, das die Berber, die im Film zu Wort kommen, bewegt. Stolz präsentieren sie sich vor den jahrhundertealten Ruinen historischer Bauwerke ihrer Kultur oder aber – im Kontrast dazu – in den verlassenen Straßen heruntergekommener Dörfer. Sie wünschen sich Anerkennung als indigene Bevölkerungsgruppe mit eigener Geschichte, Kultur und Sprache und nutzen die Öffnung des politischen Raums infolge der Revolution 2011, um erstmals diesen Wunsch nach Anerkennung zu artikulieren. Die Geschichte der Berber, die heute in Marokko, Tunesien, Algerien, Libyen und Ägypten leben, ist geprägt von der Vorherrschaft anderer Völker in ihrer Heimat – zunächst der Römer, dann der Araber und später der Franzosen und Italiener. „Anpassung und Rebellion“ seien daher die einzigen Optionen gewesen, die den Berbern unter der Fremdherrschaft offenstanden, erklärte der Soziologe und marokkanische Berber Abderrahmane Ammar, der als Gesprächspartner für die an den Film anschließende Diskussion eingeladen war. Als „freie Menschen“ – so lässt sich der Begriff „Imazighen“ ins Deutsche übersetzen – hätten sie sich jedoch zumeist für die Nicht-Anpassung und den Rückzug in die Gebirgsregionen entschieden, um im Kreis der Familie ihre Kultur zu pflegen und der Unterdrückung durch die Fremdherrscher zu entgehen. Tätowierungen waren eine Form der Rebellion: Die Zeichen und Ornamente, die häufig die Handrücken der Männer schmücken, geben Auskunft über Stammeszugehörigkeit und Religion und galten unter muslimischer Herrschaft als verboten. Heute wählt die Jugend andere Mittel, um ihre Identifikation auszudrücken und sich gegen Diskriminierung zu wehren. Im Film werden junge Männer gezeigt, die sich mit Rapmusik Gehör bei der eigenen Community und der breiten Gesellschaft verschaffen. Grund zur Rebellion gibt es noch immer: In Tunesien wurde unter den Regierungen Bourguibas und Ben Alis eine strikt nationalistische politische Linie verfolgt, die Araber und die arabische Sprache in den Fokus rückte, wie die im Film porträtierten Berber beklagen. Die Berberkultur diente dagegen lediglich als folkloristischer Putz, mit dem sich im Tourismus gut Geld verdienen ließ. Vertreter dieser national-arabischen Einstellung sind heute wieder unter den politischen Entscheidungsträgern ebenso wie Repräsentanten des politischen Islam, die den Berbern teilweise Atheismus vorwerfen oder mit der Rolle der Frau in der Berberkultur nicht einverstanden sind. So beschwört eine junge Tunesierin im Film auch das Bild der „Mère Amazigh“ (die Amazigh-Mutter), in der sie aufgrund ihres Status als freier Frau mit Geschichte und Tradition eine Symbolfigur der politischen Opposition sieht. Tatsächlich klärte Abderrahmane Ammar im anschließenden Gespräch über die starke Stellung der Frau in einigen Berberstämmen auf. Bei den Tuareg beispielsweise werde die Frau im Erbrecht bevorteilt und es sei üblich, dass die Frau ihren Ehemann selbst wählt. In der Diskussion mit den Gästen, unter denen sich auch einige TunesierInnen befanden, ging es im Anschluss hauptsächlich um die aktuelle sozio-politische Lage und die Perspektive in den verschiedenen nordafrikanischen Ländern. Abderrahmane Ammar verdeutlichte, dass gerade in einigen Ländern Bevölkerungsstatistiken tendenziell gefälscht würden, um den wahren Anteil der Berber an der Bevölkerung zu vertuschen und ihnen einen Minderheitenstatus aufzudrücken. Tatsächlich seien die Berber in Marokko jedoch in der Mehrheit, während sie in Tunesien und Libyen etwa die Hälfte der Bevölkerung stellten und in Ägypten etwa 10.000 von ihnen lebten. Rechtlich seien die Berber in Marokko am besten gestellt – dort sind sie seit 2011 politisch anerkannt und ihre Sprache ist Pflichtfach an der Schule. In Algerien sei zwar die politische Anerkennung schon früh erfolgt, jedoch seien die Berber aufgrund von Diskriminierung wirtschaftlich so abgehängt, dass sich in der Kabylei eine Unabhängigkeitsbewegung gebildet habe. Nach der Diskriminierung unter Gaddafi kämpften die Berber in Libyen nun ebenfalls um Anerkennung; in Ägypten werde dieser Kampf hauptsächlich in intellektueller Auseinandersetzung geführt. In Tunesien regt sich nun in der jungen Generation neuer Stolz für die Herkunft und kulturelle Identität. Erst mit einem hohen Bildungsstand und internationaler Erfahrung konnte die Jugend die Scham der Elterngeneration überwinden, die sich der herrschenden Meinung von den dummen „Barbaren“ nicht widersetzte. Wenn auch noch keine Struktur für eine politische Interessenvertretung gefunden wurde, so ist eines der besten Beispiele für das erstarkte Selbstbewusstsein genau dieser Film von Wassim Korbi – „Azul“: Hallo, hier sind wir! Vielen Dank an Abderrahmane Ammar für die interessanten Einblicke und an alle Gäste für ihr Kommen und die anregende Diskussion! Veranstaltungsleitung und Moderation: Andreas Fricke Text: Susanne Kappe Fotos: Silvia Liminiana Organisation: das ehrenamtliche 14km Film Team In der 14km-Filmdatenbank finden Sie weitere Filme zum Thema Amazigh (Berber). Die Internetseite Tlaxcala dokumentiert die Amazigh-Sprache. Vielen Dank an unseren Gast Hamid Behetschi für den Hinweis. Die Gesellschaft für bedrohte Völker führt die Sprachen der Amazigh (Berber, Masiren) in ihrem Geschäftsbericht Nr. 63 (März 2010) auf, Seite 14ff. Deutschsprachiges Amazigh-Forum. Internationales Amazigh-Forum.   Die 14km Film- und Diskussionsreihe wird 2015 mit Haushaltsmitteln des Landes Berlin – Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit – gefördert. Thema der kommenden Veranstaltung sind KINDER des Nahen Ostens im (Bürger-) Krieg und auf der Flucht. 14km präsentiert dazu den mehrfach prämierten Spielfilm "Schildkröten können fliegen" von Bahman Ghobadi (Iran/Irak 2005) im Original (Kurdisch) mit deutschen Untertiteln. Termin: Mittwoch, 22. Juli 2015 ab 18:30 Uhr im Filmrauschpalast Berlin Moabit. Weitere Film- und Diskussionsabende sind an folgenden Terminen in Planung: 26. August / 16. September / 07. Oktober / 28. Oktober / 18. November / 9. Dezember Wir bedanken uns für die Unterstützung:    


Amazigh (Berber) in Tunesien: AZUL

14km Film- und Diskussionsabend

 "AZUL" (Dokumentarfilm, Tunesien, 2013, OmeU, 43 min) von Wassim Korbi am Mittwoch, 24. Juni 2015 um 18:30 im Filmrauschpalast, Lehrter Straße 35, 10557 Berlin Moabit 14km e.V. präsentiert den ersten Filmabend der 14km Film und Diskussionsreihe 2015. Thema des Abends ist die indigene Kultur der Amazigh (Berber) in Tunesien sowie deren Stellung als Minderheit in der tunesischen Gesellschaft. 14km zeigt den tunesischen Dokumentarfilm "AZUL" von Wassim Korbi im Original (arabisch, französisch, tamazigh) mit englischen Untertiteln. Der Regisseur beschreibt seinen persönlichen Weg in das Heimatdorf seines Vaters, in dessen Umgebung die Kultur der Amazigh noch sichtbar und lebendig ist. Korbi ermöglicht einen Einblick in die Kultur und in die Lage der Amazigh in Tunesien bis Juni 2013. Im Anschluss folgt ein offenes Publikumsgespräch, um Eindrücke und Informationen zur Kultur der Amazigh (Berber) und deren politisch-sozialer Lage im heutigen Tunesien zu vertiefen. Dazu sind eingeladen: Khouloud Madhaoui (Amazigh, Filmemacherin) und Abderrahmane Ammar (Berber-Experte, Soziologe an der Humboldt-Universität zu Berlin; freier Journalist). Das Gespräch findet voraussichtlich überwiegend auf Englisch statt. Die Teilnahme ist frei, um eine freiwillige Spende wird gebeten. Veranstaltungsort ist der Filmrauschpalast in der Kulturfabrik in Berlin Moabit statt (Lehrter Straße 35, 10557 Berlin). Die Diskussion endet spätestens um 21:30 Uhr. Facebook-Event Die 14km Film- und Diskussionsreihe wird 2015 mit Haushaltsmitteln des Landes Berlin – Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit - gefördert. Weitere Film- und Diskussionsabende sind an folgenden Terminen in Planung: 22. Juli / 26. August / 16. September / 07. Oktober / 28. Oktober / 18. November / 9. Dezember Die Veranstaltungen widmen sich einem einzelnen Land oder einem spezifischem Thema, um mittels eines aktuellen Films einen künstlerisch-dokumentarischen Einblick zu ermöglichen. Anschliessend wird das Thema in einem offenen Publikumsgespräch mit einer Person aus Berlin mit persönlichen Erfahrungen (Zeitzeuge, Migrationshintergrund) sowie einer Referent/in aus der Wissenschaft intensiv erörtert werden, immer auch mit Bezug zu Nord-Süd-Verhältnissen. Wir bedanken uns für die Unterstützung:    


“ReliXchange”-Projekt erfolgreich abgeschlossen – Materialien veröffentlicht

Ende Dezember 2014 schlossen 14km e.V. und die ägyptische NGO „New Horizon“ das Projekt „ReliXchange – ein interreligiöser Jugendaustausch zwischen Deutschland und Ägypten“ erfolgreich ab. Im Zuge des Projekts wurden diverse Bildungsmaterialien entwickelt, die 14km als freie Bildungsressourcen zur Verfügung stellt. Ein Doku-Video zeigt zudem die schönsten Momente des Austauschs. “Don’t cry because it is over, smile because it happened” (Dr.Seuss) – mit diesem Satz eröffneten die jugendlichen Teilnehmenden des “ReliXchange” ihren letzten Blogeintrag über das Projekt. Insgesamt zehn Programmtage lang dokumentierten sie ihre gemeinsamen Erlebnisse in Berlin und Kairo. Während dieser Zeit erlebten die 10 Deutschen und 10 Ägypter/innen zwischen 18 und 26 Jahren Religion und Kultur in Deutschland und Ägypten. Sie lernten jeden Tag etwas Neues über die sogenannten abrahamitischen Religionen (oder auch Buchreligionen) und beschäftigten sich mit der Situation und Stellung dieser Religionsgemeinschaften in den beiden Ländern. Insbesondere machten sie sich Gedanken über das Verhältnis zwischen religiösen Minderheiten und Mehrheiten – darüber, wie es ist und darüber, wie es sein sollte –, über religions- und kulturbezogene Diskriminierung und Unterdrückung, und darüber, wie Religion auch immer mit Staat, Individuum und Gesellschaft auf vielfältige Weise verknüpft ist. Ein intensives Programm mit innovativen Methoden Das Programm beinhaltete zahlreiche Führungen durch religiöse Stätten in beiden Ländern (z.B. die Zitadelle in Kairo und die Synagoge am Fraenkelufer in Berlin), Diskussionsrunden mit Expert/innen zu verschiedenen Themen (z.B. zu Frauen im Islam oder den Bahá’í als religiöse Minderheit in Deutschland), einen Besuch im Berliner Anne-Frank-Zentrum und natürlich vielen Diskussions- und Reflektionseinheiten. Ein besonderer Fokus lag jedoch auf kreativ-künstlerischen Methoden. So wurde intensiv mit Methoden des „Theaters der Unterdrückten“ nach Augusto Boal gearbeitet, es fand eine GPS-Bildungstour durch Berlin sowie eine Medienanalyse religiöser Popkultur statt, ein Hip-Hop-Workshop widmete sich dem Thema Religion und Toleranz, in einem Foto-Essay beschäftigten sich die Teilnehmenden mit Religion im öffentlichen Raum in Berlin und Kairo, und in einer Bildergeschichte wurden interreligiöse Beziehungen thematisiert. Veröffentlichung verschiedener freier Bildungsmaterialien Dabei entstanden unterschiedliche Produkte, die auch anderen als Inspiration dienen können, sowie freie Bildungsmaterialien, die für weitere interreligiöse Projekte verwendet werden können. Neben der gelungenen Video-Doku über den „ReliXchange“ soll an dieser Stelle besonders auf den „Methodenkasten internationale interreligiöse Jugendarbeit“ hingewiesen werden, der auf Deutsch, Englisch und sogar Arabisch verfügbar ist und auf der 14km-Webseite zum Download bereitsteht. Die im Projekt entwickelte und erfolgreich getestete GPS-Bildungsroute „Religion in Berlin“ durch Berlin-Mitte ist ebenfalls auf Deutsch und Englisch frei zugänglich und verwendbar. Zusätzlich hat unser Kooperationspartner 1219 e.V. eine weitere interreligiöse Bildungsroute durch Berlin-Südwest erstellt – auch diese steht auf Deutsch und Englisch zur freien Verfügung. Das „Quiz der Religionen“ (auf Englisch) bietet einen unterhaltsamen Einstieg in das Thema der abrahamitischen Religionsgemeinschaften im deutschen Kontext und wurde von der ReliXchange-Gruppe mit Begeisterung gespielt. Der „ReliXchange“-Song „Believe in yourself“ wurde in einem Hip-Hop-Workshop mit Amin Saleh von Rap4Respect kreiert – darin drücken die Teilnehmenden ihre Gedanken und Wünsche zum Thema Religion und Toleranz aus. Der interreligiöse Dialog geht weiter... Für 14km - The shortest distance between North Africa and Europe e.V. und die ägyptische Partnerorganisation „New Horizon Association for Social Development“ (Kairo) war das Austauschprojekt „ReliXchange“ ein großer Erfolg. „Es hat uns sehr froh und stolz gemacht, zu sehen, wie wunderbar offen und interessiert die Teilnehmenden aus Deutschland und Ägypten aufeinander zugegangen sind, und was sich in den zwei Wochen für Freundschaften aufgebaut haben“, so die Projektleiterin Dr. Anja Gebel (14km). Die entstandenen Kontakte werden in einer eigenen Facebook-Gruppe weiter gepflegt – die Teilnehmer/innen tauschen sich dort über interkulturelle und interreligiöse Themen aus, alle paar Tage gibt es neue Posts. Für die Zukunft haben die Teilnehmenden im Projekt aber auch konkretere Pläne dafür entwickelt, wie sie sich im Jahr 2015 für Verständnis und Toleranz zwischen Angehörigen unterschiedlicher Religionen und/oder Kulturen einsetzen wollen – z.B. durch Seminare und Diskussionsveranstaltungen an ihrer Uni. ...bei 14km und anderswo Basierend auf dem gelungenen Austausch möchte 14km e.V. dieses Jahr weitere Begegnungsprojekte mit Jugendlichen aus beiden Regionen durchführen. Zwei sind bereits in Planung, die Hoffnungen auf Förderzusagen groß. Gleichzeitig wünscht sich die NGO, dass insbesondere mithilfe der veröffentlichten Materialien auch andere Organisationen und Personen ermuntert werden können, interreligiöse Projekte auf lokaler oder internationaler Ebene durchzuführen. „Wir freuen uns, wenn die Materialien von vielen Interessierten genutzt und weiterverbreitet werden“, so Dr. Gebel. „ReliXchange – ein interreligiöser Jugendaustausch zwischen Deutschland und Ägypten“ fand als Projekt im Rahmen der deutsch-ägyptischen Transformationspartnerschaft statt. Es wurde gefördert durch das Auswärtige Amt, von Brot für die Welt – dem Evangelischen Entwicklungsdienst, sowie aus Mitteln des Programms „Internationale Jugendarbeit“ des Kinder- und Jugendplans des Bundes. Hauptseite: http://14km.org/relixchange/ (deutsch) http://14km.org/relixchange/?lang=en (englisch)


Großer Andrang im Merhaba – zweiter MENA-Netzwerkabend ein voller Erfolg

Bereits zum zweiten Mal richtete das Team von 14km einen Netzwerkabend für Kenner und Interessierte der MENA-Region aus, der diesmal im Restaurant Merhaba in Berlin-Prenzlauer Berg stattfand. Wie schon im Jahr zuvor war das Interesse groß, sich in entspannter Feierabendatmosphäre über berufliche oder ehrenamtliche Projekte und Pläne bezüglich der Region Nordafrika/Naher Osten auszutauschen und sich gegenseitig kennenzulernen. Rund fünfzig Teilnehmer/innen aus Wissenschaft, NGOs/Vereinen, sozialen Initiativen, Medien, Verwaltung sowie Wirtschaft und Handel fanden am 19. März zusammen, um Inspirationen zu sammeln, Ideen zu diskutieren und Kooperationen anzubahnen. Nach der Begrüßung durch Andreas Fricke, der den Gästen einige der im letzten Jahr von 14km durchgeführten Projekte vorstellte, konnten sich die Anwesenden bei leckeren orientalischen Spezialitäten und einer Fotoshow mit Bildern aus dem 14km Archiv angeregt austauschen. Oud-Spieler Evren Can Kaman sorgte mit seinem Live-Konzert für die passende musikalische Begleitung. Zum Netzwerkabend angemeldet hatten sich u.a. Vertreter/innen folgender Organisationen sowie zahlreiche Einzelpersonen: Action Syria – Tamer Alawan & Friends e.V. Brot für die Welt Stiftung Wissenschaft und Politik Berliner Missionswerk BMW-Stiftung CRISP – Crisis Simulation for Peace e.V. Democracy Reporting International gGmbH DAFG – Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. Deutsche Welle Deutscher Akademischer Austauschdienst Eurient e.V. Freie Universität Berlin Ghorfa – Arab-German Chamber of Commerce and Industry e.V. Grüne Jugend Klaus Schwarz Verlag OMRAS - Organisation für Menschenrechte in den Arabischen Staaten e.V. Programmbüro Internationale Klimaschutzinitiative Schoolclash e.V. ZMO – Zentrum Moderner Orient Nachdem das Interesse am diesjährigen Netzwerkabend noch deutlich größer war als beim ebenfalls erfolgreichen letzten Mal, ist es nur eine Frage der Zeit, bis wir den nächsten 14km-MENA-Netzwerkabend organisieren werden. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Gästen für ihr Kommen! Organisation (14km): Andreas Fricke, Anja Gebel, Caroline Bunge, Evin Kücükali, Helena Burgrova, Houssein Ben Amor, Pauline Trueck, Premek Zboncak, Sama Younes und Steffen Benzler. Fotografie (14km): Caroline Bunge


14km and closer – MENA-Netzwerkabend – Donnerstag, 19.03.15 ab 18.30 Uhr

EINLADUNG 14km and closer – MENA-Netzwerkabend mit Oud-Liveauftritt Am 19. März ab 18.30 Uhr im Restaurant Merhaba Greifswalder Straße 4, Berlin-Prenzlauer Berg 14km e.V. lädt Dich/Sie ein zu einem Afterwork-MENA-Netzwerkabend: zum Kennenlernen, Austauschen und Kreativwerden. Hier können sich verschiedenste Menschen treffen, die sich (hauptberuflich oder ehrenamtlich) mit der Region Nordafrika/Naher Osten beschäftigen, und in einem lockeren Rahmen Kontakte für die Arbeit in und mit der Region knüpfen - begleitet von Oud-Spieler Evren Can Kaman. Da wir mit der Veranstaltung eine Plattform für Menschen aus möglichst vielen unterschiedlichen Arbeitsfeldern bieten möchten, freuen wir uns, wenn diese Einladung an Interessierte weitergeleitet wird – z.B. aus Wissenschaft, NGOs/Vereinen, sozialen Initiativen, politischen Stiftungen, Medien, Kunst und Kultur, Politik und Verwaltung, sowie Wirtschaft und Handel. Wir freuen uns auf einen regen Austausch! Die Teilnahme ist frei, aufgrund begrenzter räumlicher Kapazitäten wird jedoch um Anmeldung gebeten – bitte per Email an steffen.benzler@14km.org. Leckeres orientalisches Essen und Getränke können vor Ort erworben werden. Wir freuen uns auf Dein/Ihr Kommen! Mit freundlichen Grüßen, das 14km Team


Call for applications: ReliXchange

Photo credits: Egypt-9B-033_Amun Ra_CC-by-Dennis Jarvis-SA-2.0 on flickr   A project as part of the German-Egyptian Transformation Partnership 14 Kilometer – the shortest distance between North Africa and Europe e.V. and New Horizon Association for Social Development are very happy to invite you to participate in ReliXchange - a German-Egyptian youth exchange! The inter-religious and inter-cultural exchange project will take place in Germany and Egypt. It aims to bring young people from both countries and with different backgrounds together and help them learn about each other and the role of religion in the two societies. You can participate if you live in Germany or Egypt and if you are between 18 and 26 years old. In the course of the exchange, 10 young Egyptians and 10 young Germans will spend one week in Germany (October 27th to November 2nd, 2014) and one week in Egypt (November 17th to November 23rd).   During the ReliXchange project you will learn about Islam, Christianity, Judaism (principles of faith and traditions), the role of the corresponding faith groups in both countries, and the different ways of developing interfaith dialogue with other young people. You will develop new perspectives on interreligiosity and ideas for how a tolerant and respectful coexistence can be achieved. At the same time, you are invited to develop with us new methods for interfaith dialogue, in particular those which you consider as sustainable among young people. Participation in this exchange project costs a fee of 140 Euros for German participants and 700 EGP for Egyptian participants (including travel Berlin-Cairo and return, accommodation, food, programme).   Conditions for participation: You need to be able to participate actively in both exchange periods (participation in only one of the exchange weeks is not possible), and you need a German or Egyptian passport which is valid until 05/2015 minimum. You should be interested in the topic of religion and its societal role (you do not necessarily need to be a religious person yourself) and be motivated to engage in interfaith dialogue. Your English should be good enough to sustain an extensive conversation. APPLICATIONS CLOSED! We thank all applicants for their applications! Further more we are really overwhelmed by the huge interest in ReliXchange. Deadline: September 18th, 2014 Contact for questions ReliXchange flyer - download and share! The ReliXchange project receives financial support by the German-Egyptian Transformation Partnership through the German Foreign Office, by funds of the Ecclesiastical Development Services through Bread for the World - Protestant Church Development Service and by the "International Youth Work" Programme of the German Federal Child and Youth Plan through BKJ.


Der Bericht zur Fachtagung “Flucht // Migration // Entwicklung” ist online

Beim Thema Flucht und Migration findet im entwicklungspolitischen Kontext momentan ein beachtenswertes Umdenken statt, das im Rahmen der von 14km e.V. und der DAFG e.V. ausgerichteten Fachtagung „Flucht // Migration // Entwicklung – Facetten der Migration zwischen Nordafrika und Europa“ von Wissenschaftler/innen, Menschenrechtsaktivist/innen, Diasporavertreter/innen und interessierten Teilnehmer/innen skizziert wurde. Im Berliner Kontorhaus diskutierten sie am 11. und 12. Juli 2014 in drei Paneldiskussionen und vier BarCamp-Sessions unter anderem über die Rahmenbedingungen der Migrationsprozesse nach Europa, die Situation in den Herkunfts- und Transitländern sowie das entwicklungspolitische Potenzial von Remittances und Diasporaorganisationen in Deutschland. Im Rahmenprogramm wurde die Reportage „Fremd“ von Miriam Faßbender gezeigt, die für eine Auseinandersetzung über dem Film anwesend war. Außerdem war in den Tagungsräumlichkeiten eine Ausstellung über Fußball und Entwicklung in Afrika installiert. Das 14km Team bedankt sich ganz herzlich bei allen Teilnehmer/innen für ihr Kommen sowie für die zahlreichen interessanten und engagierten Beiträge und freut sich sehr über die vielen Ideen und Kontakte, die während der Fachtagung entstanden sind. Die ausführliche Zusammenfassung der Fachtagung mitsamt den Downloads der Sitzungsprotokolle, der PowerPoint-Präsentation von Steffen Angenendt (Stiftung Wissenschaft und Politik) und des Audio-Inputs der Mercy Wings Organisation sowie einer Weiterleitung zu den Beiträgen unserer Medienpartner finden Sie hier. Der Fachtag wurde gefördert aus Mitteln der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin.   Kooperationspartner Medienpartner: multicult.fm Medienpartner: Alsharq Analyseportal und Reiseveranstalter GbR


Tunesien – Ein Land auf der Suche nach seiner Identität

Mit dem Dokumentarfilm “Voices after Revolution” (Stimmen nach der Revolution) von Gisela Baumgratz, Alex Gangl und Nicolas Rolke fand am 25. Juni 2014 im Zille-Haus in Berlin-Moabit der vorläufige Abschluss der Arabischen Film- und Diskussionsreihe von 14km statt. Thema des Films war die politischen Lage in Tunesien unmittelbar nach den Umbrüchen 2011. Auf dem anschließenden Podiumsgespräch gab Amina Gharbi vom Verein zur Förderung der Demokratie in Tunesien den Impuls zu einer lebhaften Publikumsdiskussion. Der Film “Voices after Revolution” porträtiert die nach dem Sturz der Diktatur und den ersten freien Wahlen in Tunesien entfachten politischen Debatten aus der Sicht von tunesischen Menschenrechtsaktivist/innen. Zu Beginn thematisiert der Film die im Rahmen des Verfassungsgebungsprozesses entfachten Streitfragen, wie die Verankerung der Scharia in der Verfassung oder die Rolle der Frau in der tunesischen Gesellschaft. Das Ringen um den Erhalt der Frauenrechte aus dem Jahr 1956, die von islamistischen Kräften am liebsten durch religiöse Bevormundung ersetzt worden wäre, wird als Beispiel angeführt. In diesem Zusammenhang wird auch das Problem der während Ben Alis Herrschaft im Gefängnis radikalisierten und nun gewaltbereiten Salafisten angesprochen. Die für den Film interviewten Aktivist/innen kritisieren die Ziele und Methoden der islamistisch geprägten Regierungspartei Ennahda (2012), die die Wahl mit Propaganda, unrealistischen Versprechungen, der Instrumentalisierung von Religion und mit der nicht eingehaltenen Zusage, die Freiheitsrechte erhalten zu wollen, gewonnen habe. Kurz angerissen werden dabei Themen wie die Verhinderung der Vergangenheitsbewältigung von Anhängern des geflohenen Ex-Präsidenten Ben Ali und die Grundfrage, ob der Islam Lösungen für die ökonomischen Herausforderungen des Landes biete. Insgesamt wurde das Bild eines Landes gezeichnet, dessen politische Öffentlichkeit von einer kaum zu versöhnenden Gegenüberstellung von islamistisch und liberal orientierten Kräften geprägt ist. Im Anschluss erzählte die in Deutschland geborene, in Tunesien aufgewachsene und seit längerer Zeit wieder in Deutschland lebende Amina Gharbi beim Podiumsgespräch, wie sie die Umbrüche in Tunesien und die daraus resultierenden Debatten wahrnahm. Außerdem stellte sie die Tätigkeiten des 2011 gegründeten Vereins zur Förderung der Demokratie in Tunesien vor, der sich unter anderem mit der Frage der Vergangenheitsbewältigung beschäftigt. Einen festen Platz auf der diesjährigen Agenda des Vereins hätten die anstehenden Wahlen in Tunesien. Abschließend stellte sie ihren Eindruck zur Debatte, dass die jungen Tunesier/innen, die ursprünglich die Revolution entfacht hatten, mittlerweile erschöpft wirken. Zumindest auf die im Publikum anwesenden Tunesier/innen traf das nicht zu. Vielmehr begann eine angeregte und sehr sachliche Diskussion über den Film, bei der fast alle Teilnehmer/innen die überzeichnete Gegenüberstellung von “guten Liberalen“ und “bösen Islamisten“ kritisierten, da sie der komplexen Meinungslandschaft Tunesiens nicht gerecht werde. Der Film gebe den islamisch geprägten Parteien keine Möglichkeit, ihre Sicht der Dinge darzulegen. Selbst wenn es einem schwer falle, müsse man als Tunesier/in akzeptieren, dass ein Teil der tunesischen Gesellschaft islamistische Positionen beziehe. Auf absehbare Zeit werde dieser Teil politisch präsent bleiben und dürfe deshalb bei einer ehrlichen Auseinandersetzung um die Zukunft Tunesiens nicht ausgeschlossen werden, ohne dass die Fehler der Ben-Ali-Zeit wiederholt würden. Außerdem gehöre die Religion nicht nur den Islamisten, sondern auch den anderen politischen Lagern. Der politische Islam sei ein Teil Tunesiens. Angemerkt wurde zudem, dass nicht der Islamismus das größte Problem Tunesiens sei, sondern die Frage nach der Identität. Tunesien mit seiner dreitausendjährigen Geschichte befände sich in einem Aushandlungsprozess um seine Identität. Die Menschen des Landes müssten als Berber, als Araber, als Muslime, als Tunesier, als Mann, als Frau, usw. bestimmen, was sie eigentlich sein wollen. In den letzten Jahrhunderten war dies von Kolonialmächten sowie – im Anschluss daran – unter zwei Diktaturen “von oben” vorgegeben worden. Seit der Revolution sei zum ersten Mal seit Langem auch der tunesischen Zivilgesellschaft die Möglichkeit gegeben, sich an dieser grundlegenden Debatte beteiligen zu können. Organisiert und moderiert wurde die Veranstaltung von Andreas Fricke (14km e.V.). Fotografie durch Joe Kaldas, Text Steffen Benzler (14km e.V.). Bei der Organisation halfen Mai Micklisch, Shaza Nady und Anja Gebel (alle 14km e.V.), sowie das Team des Zille-Hauses. Das Restaurant Karthago in Charlottenburg sponsorte tunesische Leckereien. Der Jugendbereich des Zille-Hauses wird getragen vom Evangelischen Klubheim. Wir bedanken uns bei allen Gästen für ihr Kommen! Weitere Informationen zur Lage in Tunesien finden Sie hier: Bertelsmann-Stiftung SWP Blog von Zeineb Ben Othman In regelmäßigen Abständen zeigen wir Filme, die sich mit verschiedenen arabischen Ländern beschäftigen und diskutieren anschließend mit Gästen aus Moabit sowie mit Länder-Expert/innen über die Filme und die aktuelle soziale und politische Situation im jeweiligen Land. Das Projekt wird im Rahmen des Quartiersmanagements Moabit-Ost aus Mitteln des Programms Soziale Stadt (EU, Bund und Land Berlin) gefördert.


Fachtagung “Flucht // Migration // Entwicklung – Facetten der Migration zwischen Nordafrika und Europa”, 11.- 12. Juli 2014, Berlin

14km e.V. und die DAFG - Deutsch-Arabische Freundschaftsgesellschaft e.V. laden herzlich ein zu einer Fachtagung zum Thema “Flucht // Migration // Entwicklung - Facetten der Migration zwischen Nordafrika und Europa”, 11.- 12. Juli 2014, Friedrichstr. 185 (Kontorhaus, Haus E, 7. Etage), 10117 Berlin Das Thema Migration im euromediterranen Raum ist unmittelbar mit den Umbrüchen in den Ländern Nordafrikas verbunden und nimmt dabei eine höchst komplexe und kontroverse Rolle ein. Auch in Nordafrika, das eine wichtige Transitregion auf dem Weg nach Europa darstellt, werden Migration und Transitmigration problematisiert. 14km will in Kooperation mit der DAFG auf einer Fachkonferenz die vielschichtigen Hintergründe in den Herkunftsländern und die dortige Migrationssituation thematisieren, sowie die durch Migration geschaffenen sozialen Netzwerke zwischen und innerhalb des afrikanischen und europäischen Kontinents und das darin liegende Potenzial diskutieren. Die zweitägige Fachtagung ist partizipativ und niedrigschwellig angelegt und richtet sich grundsätzlich an Menschen, die sich für die Thematik interessieren und sich ein differenzierteres Bild machen möchten. Darüber hinaus bietet die Veranstaltung insbesondere Diasporaorganisationen eine Plattform, aber auch anderen Vereinen, die sich für Flüchtlinge oder interkulturellen Austausch zwischen Nordafrika und Europa einsetzen. Sie bekommen hier die Gelegenheit, eigene Projekte vorzustellen, Ideen auszutauschen, sich untereinander zu vernetzen und Partner für neue Initiativen zu finden. Den geplanten Ablauf der Fachtagung, die Anmeldeformalitäten sowie das vorläufige Programm finden Sie unter: http://14km.org/?p=2605   Der Fachtag wird gefördert aus Mitteln der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin. 14km Flyer Fachtagung Migration Download zum Verteilen! Vorläufiges Programm Photo credits: “Estrecho de Gibraltar” CC-by-Gaspar Serrano-NC-ND-2.0


Arab-German „Jour Fixe“ for Young Academics – Workshop: Building an NGO

“Workshop: Building an NGO” on Monday, June 30th 2014 at 7:30pm, DAFG head office, Friedrichstr. 185 (Kontorhaus, House E, 7th Floor, Berlin) We cordially invite you to participate in the workshop "Building an NGO" at the 2nd meeting of the Arab-German "Jour Fixe" for Young Academics organised by the German-Arab Friendship Association (DAFG). Dr. Anja Gebel and Helena Burgrova of 14km e.V. will share their knowledge about how to build an NGO. Both speakers are committed to the non-profit NGO since its early days, having defined its strategy, built up organisational structures, and promoted the construction of an international network to help realise co-operations and equal partnerships between North Africa/the Middle East and Europe. They have also shaped the development of the NGO's main areas of work, such as the International Volunteer Programme that encourages the exchange between Europe and North Africa/the Middle East, and or the monthly Arab Film and Discussion Series. The workshop will give insights in defining an organisation's purpose and structure, project development and event organisation, volunteer recruitment, and PR work. But most importantly, we want to take time to brainstorm, share experiences, and to work on concrete NGO ideas together with the participants of the Jour Fixe. We would be happy to meet you at the event and have you share your thoughts and ideas with us. 14km's work is mainly based on voluntary work and new faces are always welcome! The Jour Fixe is open for English-speaking students of all disciplines and universities. The event will take place in English. It starts at 19:30 and ends with a joint "Iftar" (Muslim fast-breaking dinner after sunset during Ramadan). For registration please send an e-mail to DAFG e.V.: David Kordon Desk Officer Culture, Education and Science E-Mail: david.kordon@dafg.eu Phone: +49 (0)30 2064 94 13 Fax: +49 (0)30 2064 88 89 WorkshopFlyer download and share! Facebook-Group Report about the workshop


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