Um einen Unterschied zu machen

Praktikumsbericht von Esmeralda bei Acting for Change in Jordanien

2. Oktober 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ich habe im Juli und August 2017 mein Pflichtpraktikum bei Acting for Change in Jordanien absolviert.
Acting for Change ist eine sehr kleine NGO die im Flüchtlingsdorf Zaatari in der Nähe der syrischen
Grenze  arbeitet.    Besonders  fokussiert  ist  sie  auf  die  Bildung  von  Kindern  und  community
development. Ich habe nach einem Praktikum gesucht um Erfahrung in der administrativen Arbeit
einer NGO zu bekommen. Deswegen habe ich viel Büroarbeit gemacht. Also viele legale Dokumente,
Projektbeschreibungen,  Blogposts  und  E-Mails  geschrieben.  Da  ich  bereits  Social  Media  Erfahrung
habe, habe ich auch den Facebook und den Instagram Account betreut. Außerdem habe ich meine
eigene Fundraising Kampagne gestartet um Geld für Eid- Geschenke für die Kinder zu sammeln.

Da meine Arbeit ziemlich online fokussiert war und Acting for Change kein richtiges Büro hat, habe ich
die meisten Tage von Cafes aus gearbeitet. Gründer Kotaiba war aber immer bei Fragen erreichbar und
ich war jederzeit willkommen auch bei ihm Wohnzimmer zu arbeiten. Für mich war das super, weil ich
meine Arbeit flexibel einteilen konnte. Eine typische Woche bestand darin, dass ich 3-4 Tage zuhause
gearbeitet habe, 1-2 Tage bei Kotaiba war um neue Projekte oder Aufgaben zu besprechen und wir 1-
2 mal nach Zaatari zu Workshops oder Projekten gefahren sind.

Mir hat sehr gut gefallen wie viel Vertrauen und Verantwortung ich gleich am Anfang  bekommen habe.
Der Gründer und ein anderer Mitarbeiter haben sich am ersten Tag viel Zeit genommen mich gründlich
einzuarbeiten und alle Fragen zu beantworten. Auch hat es mich sehr motiviert zu sehen, wie schnell
meine Arbeit genutzt wird. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich etwas ohne Mehrwert mache. Meine
Posts  konnte  ich  direkt  veröffentlichen  und  andere  Dokumente  wurden  schnell  abgesegnet  und
verschickt, benutzt oder veröffentlicht Auch habe ich die Freiheiten, die mir gelassen wurden, sehr
geschätzt. Natürlich sind mir auch mal Fehler in E-Mails oder Social media posts unterlaufen. Aber
Kotaiba war immer sehr verständnisvoll und dankbar für meine Arbeit. Das Arbeitsklima war sehr gut,
und alle Mitarbeitenden waren mit Herz bei ihrer Sache. Wir haben auch unabhängig von der Arbeit
etwas unternommen und sogar eine Geburtstagsparty für Kotaiba organisiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Organisation ist von internationalen Freiwlligen abhängig. Die meisten anderen Freiwilligen die
dort gearbeitet haben, waren dort, um eigene Projekte zu verwirklichen. Es gab während der Zeit, in
der ich dort war, zum Beispiel einen Fotographieworkshop und das Young Journalists Projekt. Wer also
gern direkt mit syrischen Flüchtlingskindern arbeiten will und eine eigene Projektidee hat, dem kann
ich Acting for Change wärmstens empfehlen. Und wer Lust auf administrative oder Marketing-Arbeit
hat, sollte eigenständig arbeiten können und ebenso eigene Ideen mitbringen. Kotaiba ist bei Projekten
sehr offen und jede Hilfe ist willkommen. Da die NGO aber wirklich sehr klein ist, und sich fast alle
Mitarbeiter noch im Studium befinden, sollte man beachten, dass die Arbeit eher nach dem „Trial-and-
error“ Prinzip funktioniert. Konkrete Anleitungen für etwas habe ich eigentlich nie bekommen. Wer
also von Experten lernen will, ist wohl bei einer internationalen NGO besser aufgehoben.

Alles in allem, habe ich viel bei Acting for Change gelernt, tolle Freunde getroffen und in Jordanien eine
großartige Zeit verbracht. Es ist beeindruckend wie viel Acting for Change trotz geringer Mittel auf die
Beine stellt. Arbeit und Finanzen werden extrem effektiv genutzt. Wer während seines Praktikums
wirklich einen Unterschied machen will und sich für lokale Basisarbeit begeistern kann ist bei Acting
for Change gut aufgehoben.

***

Die von uns wiedergegebenen Berichte von durch uns vermittelte Praktikant/innen spiegeln nicht notwendigerweise die Sichtweise von 14km e.V. oder unseren Partnern wider.


‚CALLIGRAFFITI MEETS JUTE‘
‚CALLIGRAFFITI MEETS JUTE‘


Comments to “Um einen Unterschied zu machen”


  1. Reply

    dear Esmeralda, thank you, for the graet information of 14 km !
    14 km, an very interassant aspect, we never think –
    woher hast Du nur, Deine wunderbaren Gene, die Welt kennen zu lernen, und selbst an Brennpunkten mitzuhelfen, für eine bessere Welt –
    Küsse und grüße, ma dear, Oma


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